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Trockenheit stresst Bäume: Sichtbare Schäden verdoppelt

25.02.2020 - Ausgedörrte Böden und Insektenbefall haben die Bäume im Nordosten geschwächt. Die alljährliche Bestandsaufnahme ergab nun, dass es den Wäldern so schlecht geht, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das muss Konsequenzen haben, meint auch der Agrarminister.

  • Kiefern stehen in einem Mischwald. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Kiefern stehen in einem Mischwald. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Zwei extrem trockene Sommer in Folge haben den Wäldern in Mecklenburg-Vorpommern erheblich zugesetzt. So verdoppelte sich der Anteil sichtbar geschädigter Bäume mit mehr als 25 Prozent Nadel- oder Blattverlust von 17 Prozent im Jahr 2018 auf 33 im Jahr 2019. «Dem deutschen Wald geht es schlecht, so schlecht wie seit 30 Jahren nicht mehr», konstatierte Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Dienstag in Schwerin bei der Vorstellung des jüngsten Waldzustandsberichts. Mehr als 2500 Bäume werden dazu alljährlich genau unter die Lupe genommen und auf Veränderungen hin untersucht.

In Folge der Trockenheit sei im Vorjahr in den Wäldern des Landes eine halbe Million Kubikmeter an Schadholz angefallen und damit noch einmal 30 Prozent mehr als 2018. 200 Hektar Wald würden als Totalverlust geführt. Backhaus forderte Waldbesitzer auf, die geschädigte Bäume so rasch wie möglich aus den Wäldern zu entfernen, um der Ausbreitung von Forstschädlingen wie dem Borkenkäfer, die kranke Bäume befallen, entgegenwirken zu können. Die Mitarbeiter der staatlichen Forstämter böten dabei Hilfe, sagte der Minister.

Im Vergleich zu den Waldschäden in den meistem anderen Bundesländern sei Mecklenburg-Vorpommern aber noch glimpflich davongekommen. «Wenn wir nach Süden schauen, dann sind dort die Schäden noch viel, viel größer», sagte der Minister mit verweis auf die enormen Ausfälle vor allem in Fichten-Monokulturen. So liege der Anteil deutlich geschädigter Wälder etwa in Baden-Württemberg bei 43 Prozent.

Auch im Nordosten habe die extreme Trockenheit zunächst vor allem Fichtenwälder in Mitleidenschaft gezogen. Doch zeigten sich Schäden nun zunehmend auch in Buchenwäldern. Der Anteil dieser Bäume mit deutlichem Blattverlust sei von 16 auf 31 Prozent gestiegen. «Die Buche macht uns große Sorgen. Denn sie ist fester Bestandteil unseres Waldumbauprogramms, mit dem wir die Wälder vielfältiger und klimastabiler machen wollen», erklärte Backhaus.

Doch auch Eichen, Birken und Erlen zeigten deutliche Stressreaktionen auf die Dürre der Vorjahre, wenngleich nicht so extrem wie die Buchen. Am besten komme die Kiefer, die im Nordosten 38 Prozent der Waldfläche ausmache, mit der veränderten Witterung zurecht. Backhaus äußerte die Hoffnung, dass die jüngsten Regenfälle das Wasserdefizit weitgehend ausgleichen konnten und der Sommer 2020 nicht der dritte Dürresommer in Folge werde.

Ziel bleibe es, den Wald durch standortgerechten Umbau so zu gestalten, dass er absehbaren Klimaveränderungen besser standhält, betonte Backhaus. In der Vergangenheit seien im Land 80 Millionen Euro in den Waldumbau investiert worden. Nun bekomme das Land vom Bund im Rahmen des Klimapaketes 30 Millionen Euro für die Umgestaltung der Wälder.

Die Landesregierung habe als Reaktion auf die Waldschäden aus dem Etatüberschuss des Jahres 2019 selbst zusätzlich 20 Millionen Euro für den Waldbau bereitgestellt. Das Geld solle in den kommenden Jahren gezielt dafür eingesetzt werden, um den Baumbestand zu vergrößern und Wälder widerstandsfähiger zu machen.

Mit einem Waldanteil von 24 Prozent ist der Nordosten eines der waldärmsten Gebiete in Deutschland. In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 560 000 Hektar der Landesfläche bewaldet. Knapp 1000 Hektar davon fielen den Waldbränden im vorigen Sommer zum Opfer.

Backhaus kündigte ein Gesamtkonzept der Regierung zum Waldumbau und zur Waldmehrung an. Dabei werde erwogen, 10 Prozent der 90 000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche in Landesbesitz aufzuforsten. Bauern sollen zudem durch finanzielle Anreize dazu bewegt werden, Randflächen an Flüssen und Seen mit Bäumen zu bepflanzen. «Das dient dem Klima-, dem Arten- und dem Gewässerschutz», sagte Backhaus. Nach seinen Angaben geht es um landesweit 46 000 Kilometer Gewässerläufe.

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