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Tropenmediziner: Auf Großveranstaltungen weiter verzichten

29.06.2020 - Am Dienstag berät das Kabinett in Schwerin über mögliche weitere Lockerungen in der Corona-Krise. Der Wissenschaftler Emil Reisinger von der Uni Rostock appelliert, die Basis-Schutzmaßnahmen unbedingt aufrechtzuerhalten.

  • Emil Reisinger bei einer Veranstaltung. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Emil Reisinger bei einer Veranstaltung. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger hat trotz der niedrigen Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus vor Leichtsinn gewarnt. Die Basis-Schutzmaßnahmen, wie das Abstandhalten, das Tragen eines Mund-Nasenschutzes, häufiges Händewaschen und der Verzicht auf Begrüßungsrituale wie Umarmen oder Handgeben, minderten das Infektionsrisiko um 30 bis 40 Prozent, sagte Reisinger am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Damit lasse sich die Epidemie kontrollieren. «Dass wir nach wie vor wenige Fälle haben, führe ich darauf zurück, dass die Basismaßnahmen von einem Großteil der Bevölkerung eingehalten werden.»

In der vergangenen Woche lagen die Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern laut Reisinger zwischen einem und drei nachgewiesenen Fällen pro Tag - und das, obwohl seit drei Wochen Hunderttausende Urlauber ins Land gekommen sind. In diesen drei Wochen sei auch unter den Feriengästen kein Fall einer Corona-Infektion bekannt geworden, sagte der Wissenschaftler.

Er warnte trotzdem vor Leichtsinn. Die Corona-Pandemie sei nicht vorbei, sagte er angesichts von mehr als zehn Millionen nachgewiesenen Fällen und 500 000 Toten weltweit. China, Israel, die südlichen US-Bundesstaaten - vielerorts gebe es derzeit eine zweite Welle.

Um eine solche Entwicklung in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern zu vermeiden, sollte aus seiner Sicht auf Großveranstaltungen mit mehreren Tausend Teilnehmern vorerst weiter verzichtet werden. «Großveranstaltungen und Tourismus ohne Schutzmaßnahmen haben dafür gesorgt, dass im Februar das Virus verbreitet wurde», sagte Reisinger. Deutschland sei in einer «glücklichen Situation», dass sich die Zahlen nun bis auf einige lokale Ausbrüche stabilisiert hätten. An diesem Dienstag berät das Kabinett in Schwerin über mögliche neue Lockerungen in der Krise für Mecklenburg-Vorpommern.

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