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Uni-Mediziner erforschen Covid-19-Krankheitsverläufe

20.04.2020 - Wissenschaftler der beiden Universitätsmedizinen Rostock und Greifswald erforschen in einem gemeinsamen Projekt die Krankheitsverläufe von Covid-19-Patienten. Ziel sei es, zum richtigen Zeitpunkt angemessene medizinische Entscheidungen treffen zu können, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Schwerin mit.

  • Harry Glawe (CDU), Gesundheitsminister von Mecklenburg-Vorpommern, mit Mundschutz. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Harry Glawe (CDU), Gesundheitsminister von Mecklenburg-Vorpommern, mit Mundschutz. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In einer kontrollierten klinischen Studie an Patienten mit Verdacht auf eine Sars-CoV-2-Infektion oder mit Covid-19-Symptomen ist eine umfassende Analyse des Krankheitsbildes und der immunologischen Abwehrleistung geplant. «Biomarkersignaturen sollen identifiziert werden, welche das verfügbare diagnostische Portfolio ergänzen», erläuterte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU). «Bei Patienten und insbesondere auch Risikopatienten ist es wichtig, mehr über Diagnose- und Behandlungspfade zu erfahren. So können bessere Vorhersagen des Krankheitsverlaufs getroffen und Therapieentscheidungen eingeleitet werden.»

Bisher stehen weder wirksame Therapien noch Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus zur Verfügung. Deshalb komme es auf eine verbesserte Behandlung insbesondere von Risikopatienten an, so Glawe. Als Risikopatienten gelten zum Beispiel Menschen mit hohem Blutdruck, Diabetes oder Krebs.

Die Krankheitsverläufe zeigten häufig eine abrupte Änderung des Zustandes der Patienten, erklärte Professor Klaus-Peter Schmitz, der die Zusammenarbeit der Gruppe organisiert. «Zur richtigen Zeit die angemessenen medizinischen Entscheidungen zu treffen, ist daher überlebenswichtig.»

Die interdisziplinäre Forschergruppe vereint den Angaben zufolge Infektionsmediziner, Intensivmediziner, Kardiologen und Experten aus dem Bereich der Biomedizin. Das Gesundheitsministerium finanziere das zunächst einjährige Projekt mit rund 1,2 Millionen Euro. Eine Verlängerung um ein weiteres Jahr sei möglich.

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