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Usedomer Literaturtage: Autorin Jenny Erpenbeck geehrt

07.04.2019 - Nach einer Woche gehen die Usedomer Literaturtage zu Ende. Lesungen und Gespräche mit renommierten Autoren ziehen erneut ein großes Publikum an.

  • Die deutsche Schriftstellerin Jenny Erpenbeck. Foto: Angelo Carconi/ANSA/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die deutsche Schriftstellerin Jenny Erpenbeck. Foto: Angelo Carconi/ANSA/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Heringsdorf (dpa/mv) - Die Usedomer Literaturtage haben ihren Ruf als publikumsträchtige Lesereihe mit prominenten Gästen und politischem Anspruch weiter gefestigt. Wie die Veranstalter zum Abschluss der einwöchigen Literaturtage auf der Ostseeinsel mitteilten, kamen 1200 Literaturfreunde zu den Lesungen und Diskussionsrunden. Das seien etwa 400 mehr gewesen als im Vorjahr. Sieben der elf Veranstaltungen seien ausverkauft gewesen.

Das größte Publikumsinteresse hätten die Lesungen mit der in Italien lebenden Krimiautorin Donna Leon sowie mit Nobelpreisträgerin Herta Müller zum Abschluss der Literaturtage am Samstag in Heringsdorf gefunden. Die Lesung mit Müller zeichnete ihren persönlichen Werdegang, vom Leben in Rumänien unter ständiger Überwachung durch den Geheimdienst bis hin zur Ausreise und dem Beginn einer neuen Zeit in Deutschland nach. Sie las aus «Mein Vaterland war ein Apfelkern» und «Atemschaukel».

Am Abschlusstag war auch die in Berlin lebende Schriftstellerin Jenny Erpenbeck mit dem Usedomer Literaturpreis geehrt worden. Die 52-Jährige nahm den mit 5000 Euro dotierten Preis in Ahlbeck in Empfang. Sie stifte mit ihrem Werk Verständnis und baue damit Brücken zwischen Menschen und Kulturen. «Die Welt braucht mehr Jenny Erpenbecks und damit mutige Plädoyers für mehr Menschenfreundlichkeit», sagte Jurymitglied Andreas Kossert laut einer Mitteilung in seiner Laudatio. Die Auszeichnung solle literarische Stimmen fördern, die Brücken bauen und unangenehmen Themen nicht ausweichen.

Erpenbeck hatte vor der Preisverleihung aus zwei von ihren Romanen gelesen. In «Heimsuchung» erzählt sie anhand eines Hauses am märkischen Scharmützelsee die wechselvolle deutsche Geschichte. Ihre Familie verlor dort ihr Sommerhaus an die Alteigentümer. Das war für die Autorin Anlass, der Geschichte nachzuspüren und die Schicksale von drei Familien über fünf Generationen zu verfolgen. In «Gehen, ging, gegangen» befasst sie sich mit dem Schicksal von afrikanischen Flüchtlingen in Berlin. «An uns liegt es, über die Grenzen hinweg im Gespräch zu bleiben - über die Grenzen hinweg zu schreiben und zu lesen», sagte die schon vielfach ausgezeichnete Autorin.

Ihre Werke wurden nach Angaben der Veranstalter der Literaturtage in 27 Sprachen übersetzt. Für den 2015 erschienenen Roman «Gehen, ging, gegangen» war Erpenbeck unter anderem mit dem Thomas-Mann-Preis geehrt worden.

Die Usedomer Literaturtage hatten am 31. März begonnen und in diesem Jahr unter dem Motto gestanden «Denk‘ ich an Deutschland». Zu Lesungen und Gesprächen waren unter anderem der frühere «Tatort»-Kommissar Peter Sodann und Ex-Bundestagspräsident Norbert Lammert auf der Ferieninsel zu Gast. Martin Walser hatte mit Rücksicht auf seine Gesundheit auf die Reise von seinem Wohnort Überlingen am Bodensee in den Norden verzichtet und seine Lesungen per Videoschaltung gehalten.

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