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Vernachlässigte Milchzähne: Zahnärzte in MV schlagen Alarm

24.09.2019 - Die Natur sorgt zwar für Ersatz. Dennoch sollte auch Milchzähnen nach Meinung von Fachleuten mehr Aufmerksamkeit und Pflege zuteil werden.

  • Ein Junge zeigt seine Zahnlücke. Foto: Ole Spata/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Junge zeigt seine Zahnlücke. Foto: Ole Spata/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Die Zähne von Kleinkindern haben in Mecklenburg-Vorpommern deutlich häufiger Löcher als die vieler Altersgefährten in anderen Bundesländern. So leide bereits jedes siebte der bis drei Jahre alten Kinder im Nordosten an Karies und bei der Einschulung seien im Schnitt schon zwei Zähne je Kind betroffen.

«Das sind alarmierende Zahlen, die zeigen, dass in den Familien dem Milchgebiss oft noch zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird», konstatierte Professor Dietmar Oesterreich, Präsident der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern. Er forderte zum Tag der Zahngesundheit am Mittwoch dazu auf, die Vorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder mehr zu nutzen und auf eine angemessene Mundhygiene von klein an zu achten.

«Die Bedeutung der Milchzähne wird leicht unterschätzt. Sie sind als Kauwerkzeuge wichtig für die Ernährung, unverzichtbar für die Sprachentwicklung und sie sind Platzhalter für das bleibende Gebiss. Gesunde Milchzähne gehören einfach zu einer gesunden Kindesentwicklung», erklärte Oesterreich.

Im Alter von 6 bis 10 Jahren fallen in der Regel alle Milchzähne aus. Der Kammerpräsident warb für Zähneputzen mit fluoridhaltigen Zahncremes von Anfang an und regelmäßige Kontrollen. Süße Zwischenmahlzeiten sollten die Ausnahme sein. Wichtige Hinweise zur Zahnpflege gebe der von der Kammer herausgegebene Kinderpass, in dem auch die Zahnarztbesuche dokumentiert würden.

Wie aus dem jüngsten Zahnreport der gesetzlichen Krankenkasse Barmer hervorgeht, werden in Mecklenburg-Vorpommern insbesondere Kleinkinder eher selten dem Zahnarzt vorgestellt. Demnach nahmen 2017 nur 34,6 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen an Früherkennungsuntersuchungen teil. Das war zwar ein Anstieg zu früheren Jahren, lag aber weiter unter dem Bundesdurchschnitt von 35,9 Prozent. «Das Vorsorgeniveau gerade in dieser Altersgruppe muss deutlich verbessert werden», mahnte Barmer-Landesgeschäftsführer Henning Kutzbach.

Nach seinen Worten gelten die Daten der Barmer bei einem Marktanteil von knapp 17 Prozent der Versicherten im Land als repräsentativ. Kutzbach verwies zudem darauf, dass die gesetzlichen Krankenkassen ihr Vorsorgeangebot ausgedehnt haben. So würden seit dem 1. Juli dieses Jahres die Kosten für drei zusätzliche zahnärztliche Untersuchungen ab dem sechsten Lebensmonat übernommen. Auf diese Weise solle Karies rascher erkannt und behandelt werden. Kinder zwischen drei und sechs Jahren hatten zuvor schon Anspruch auf drei Früherkennungsuntersuchungen.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) nahm den Tag der Zahngesundheit ebenfalls zum Anlass, um für eine wirksamere Kariesvorbeugung bei Kleinkindern zu werben. «Eine gute Mundhygiene stellt die Weichen für ein gesundes Aufwachsen. Hierbei kommt der Kita neben der Familie eine besondere Bedeutung zu.» Seit diesem Jahr sei im Kita-Gesetz des Landes deshalb auch die regelmäßige Zahnpflege als wichtiges gesundheitliches Ziel der frühkindlichen Bildung und Erziehung verankert. Damit habe das Land darauf reagiert, «dass einige Kinder zu Hause nicht lernen, regelmäßig Zähne zu putzen».

Die Bemühungen der Vergangenheit um eine wirksamen Kariesvorbeugung haben sich nach den Worten Oesterreichs bezahlt gemacht. So verfügten inzwischen drei Viertel der Zwölfjährigen im Land über ein kariesfreies Gebiss. Der Anteil der Kinder mit gesunden Zähnen habe sich damit in gut 20 Jahren um 86 Prozent erhöht.

Insgesamt werden laut Barmer-Zahnreport Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen beim Zahnarzt in Mecklenburg-Vorpommern gut genutzt. Demnach nahmen 75,6 Prozent der Erwachsenen 2017 mindestens einmal zahnärztliche Leistungen in Anspruch. Bundesweit gehen demnach 71,5 Prozent regelmäßig zum Zahnarzt.

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