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Versuchter Mord an Syrer: Angeklagter bestreitet Schuld

18.06.2019 - In Neubrandenburg wird Mitte 2018 ein lebensgefährlich verletzter Mann aus Syrien gefunden. Mit französischer Hilfe wird ein Verdächtiger gefasst und ausgeliefert. Vor Gericht bestreitet der Mann die Tat.

  • Die Statue Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: Peter Steffen/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Statue Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: Peter Steffen/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Neubrandenburg/Paris (dpa) - Im Prozess um einen versuchten Mord in Neubrandenburg an einem Mann aus Syrien bestreitet der Angeklagte trotz zahlreicher Indizien eine Schuld. Er sei an jenem Tag - dem 1. Juli 2018 - gar nicht in Neubrandenburg gewesen, sagte der Angeklagte am Dienstag am Landgericht Neubrandenburg. Auf konkrete Fragen zu dem Fall wollte der Angeklagte, der aus Mauretanien nach Deutschland gekommen war, aber auf Anraten seines Anwaltes vorerst nicht antworten. Er gab aber seinen Namen und sein Alter anders an, als er es bisher in Deutschland getan hatte. So sei er nicht im Oktober 1989, sondern am 31. Dezember 1985 geboren.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, einen älteren Bekannten im Juli 2018 in Neubrandenburg in dessen Wohnung mit einem Holzknüppel und einer Espressomaschine niedergeschlagen und ihn dann beraubt zu haben. Der ungelernte Gelegenheitsarbeiter habe das Opfer aus Habgier erst heimtückisch von hinten attackiert, ihn lebensgefährlich am Kopf verletzt, beraubt und sei dann geflohen, sagte die Vertreterin der Anklage. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann auch gefährliche Körperverletzung und schweren Raub vor. Gestohlen wurden rund 500 Euro aus einem Schrank und das Handy des Opfers.

Der Syrer musste notoperiert werden und überlebte, weil ihn Nachbarn rechtzeitig im Flur fanden. Die Polizei kam dem Angeklagten auch wegen dessen falscher Namensangabe erst nach mehreren Tagen auf die Spur. Wie ein Ermittlungsleiter vor Gericht sagte, erkannten anderen Bekannte den Asylbewerber auf einem Bild wieder. Der Afrikaner war zu der Zeit aber schon nach Belgien und Frankreich gereist, wo seine Frau und eine Tochter leben sollen. Die Polizei fand nach eigenen Angaben Spuren des Mauretaniers an den als Waffen benutzten Gegenständen. Das Opfer hatte den Verdächtigen auch wiedererkannt.

Der Angeklagte wurde mit europäischem Haftbefehl gesucht, im Herbst im nordfranzösischen Caen festgenommen und nach Mecklenburg-Vorpommern ausgeliefert. Er gab vor Gericht an, schon 2012 nach Italien und 2015 nach Deutschland gekommen zu sein. Weil seine Frau in Frankreich lebte, sei er nach mehreren Asylanträgen immer nur zum Geldholen nach Neubrandenburg gekommen, habe sonst viel in Frankreich gelebt. Das Opfer soll noch als Zeuge gehört werden, erschien aber am Dienstag zunächst nicht. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Mit einem Urteil wird frühestens am 25. Juni gerechnet.

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