Viele Corona-Fälle in Pflegeheimen

30.01.2021 Trotz strenger Hygienevorschriften kommt es in Pflegeheimen immer wieder zu massiven Corona-Ausbrüchen. Und die Immunisierung der Heimbewohner durch Impfung dauert noch Wochen. «Testen, testen, testen» ist nach Ansicht von Minister Glawe das Gebot der Stunde.

Harry Glawe (CDU), der Wirtschafts- und Gesundheitsminister von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hat angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen in Pflegeheimen und zusätzlicher Gefahren durch Virusmutationen an die Heimbetreiber appelliert, Hygienekonzepte und Testvorgaben rigoros umzusetzen. Der Schutz der Heimbewohner habe höchste Priorität, so lange die Schutzimpfungen dort nicht abgeschlossen seien. «Es ist schon genug passiert. Wir müssen besser werden», sagte Glawe der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin.

Für Corona-Schnelltests habe zusätzliches Personal eingestellt werden können. «Dafür gibt es 27 000 Euro extra je Heim von den Kassen», erklärte der Minister. In mehr als 40 der landesweit etwa 260 Pflegeheime helfen nach Angaben des Bundeswehr-Landeskommandos bereits 180 Soldaten und Soldatinnen bei den Schnelltests. Mit diesen Kontrollen bei Besuchern und Mitarbeitern soll ein Einschleppen des Coronavirus unterbunden werden.

Wie aus Daten des Landesamtes für Gesundheit hervorgeht, hat es in Pflegeheimen im Nordosten seit Herbst 2020 mehr als 100 Corona-Ausbrüche gegeben. Dabei wurden bei insgesamt etwa 1800 Heimbewohnern und rund 830 Pflegern Corona-Infektionen nachgewiesen. 195 meist hochbetagte Menschen starben seit Oktober im Zusammenhang mit einer Ansteckung. Derzeit liegt die Zahl der infizierten Heimbewohner und -mitarbeiter bei knapp 1600. Das ist fast jeder zweite der fast 3500 im Land erfassten aktuellen Infektionsfälle.

Wegen der besonderen Gefährdung der oft vorerkrankten Heimbewohner war in den Pflegeheimen mit der Schutzimpfung begonnen worden. Ziel sei es, spätestens bis Mitte Februar allen impfwilligen Senioren und auch Mitarbeitern die erste Impfung zu verabreichen, sagte Glawe. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden im Nordosten bislang fast 20 500 Heimbewohner geimpft. In einigen Einrichtungen sei bereits mit der erforderlichen Zweitimpfung begonnen worden, sagte Glawe. Im Wesentlichen solle diese Ende Februar abgeschlossen sein. Begrenzender Faktor für das Impftempo sei der unzureichende Impfstoffnachschub. «Das Grundproblem ist, dass zu wenig Impfstoff da ist», konstatierte Glawe.

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