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Wenig Äpfel, wenig Saft: Durststrecke für Mostereien

20.10.2019 - Nach der Super-Apfelernte 2018 in Mecklenburg-Vorpommern folgt nun der Einbruch. Kleinen Mostereien geht die Arbeit aus. Die großen Verarbeiter kaufen Obst dazu.

  • Äpfel liegen auf einer Apfelbaumplantage. Foto: Carmen Jaspersen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Äpfel liegen auf einer Apfelbaumplantage. Foto: Carmen Jaspersen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin (dpa/mv) - Während der Apfelernte haben die Mostereien Hauptsaison - auch, wenn so wenige Äpfel gewachsen sind wie in diesem Jahr. Neben den industriellen Obstverarbeitern in Dodow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und Elmenhorst bei Rostock mosten im ganzen Land kleine Unternehmer die Ernte von Hobbygärtnern. Viel ist es diesmal nicht.

Die Satower Mosterei im Landkreis Rostock wird nur etwa 20 Prozent der Saftmenge vom Vorjahr pressen, wie Juniorchef Benjamin Peters sagte. «Das werden die Kunden merken», meinte er. Der Familienbetrieb verarbeite nur Streuobst, das Kleingärtner in den Annahmestellen in Ribnitz-Damgarten, Rostock, Wismar und Lübeck abgeben. Täglich würden bis zu 10 000 Liter Saft abgefüllt. Das Hauptprodukt ist - typisch für Deutschland - Apfelsaft. Doch auch etliche andere Getränke sind im Angebot, darunter Kirschsaft, Sanddornsaft und Erdbeernektar, Granatapfel- und Rhabarbersaft.

Die Mindereinnahmen in diesem Jahr könne der Betrieb abfedern: «Wir haben vernünftig gewirtschaftet», sagte Peters. Die 20 Mitarbeiter würden weiterbeschäftigt. Investitionen seien aber nicht möglich. Hoffnung setzt er auf die im September eröffnete Brennerei als zusätzliches Standbein.

Außerdem fährt Peters mit der Mobilen Mosterei noch bis Anfang November eine Reihe von Orten im Nordwesten Mecklenburg-Vorpommerns und im benachbarten Lübeck an. Mit mindestens 50 Kilo Äpfeln können Kleingärtner dabei sein und ihren Saft gleich mit nach Hause nehmen. Einige Termine hat er wegen des geringen Obstaufkommens aber schon gestrichen.

Der Obstanbauberater Rolf Hornig von der LMS Agrarberatung in Schwerin rechnet diesmal bei Äpfeln mit nur einem Drittel des Spitzenertrags von 2018. Ein Grund sind die Nachfröste zur Blütezeit. Im Vorjahr wurden von den Obstplantagen in Mecklenburg-Vorpommern 44 000 Tonnen geerntet, diesmal höchstens 15 000 Tonnen. Die Ernte werde Ende Oktober oder spätestens in der ersten Novemberwoche beendet sein. Sonst wurde bis Mitte oder Ende November gepflückt.

Ein Mangel an Äpfeln und Saft ist Hornig zufolge dennoch nicht zu befürchten, denn die Ernte sei nur in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg so schlecht. Und: «Die Tanklager waren vor der neuen Ernte im August nicht leer», sagte er. Die großen Verarbeiter hätten sich im Sommer aus den Kühllagern mit Tafeläpfeln eingedeckt, die wegen der Apfelschwemme nicht zu verkaufen waren. «Traurig für die Betriebe, die Tafeläpfel zum Mostapfelpreis abgeben mussten.» 

Die Satower Mosterei gehört zum Streuobstnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern, das vor zwei Jahren von der Akademie für nachhaltige Entwicklung mit Sitz in Güstrow gegründet wurde. Etwa 25 Mostereien im ganzen Land sind darin miteinander verbunden, laden zu Apfelfesten oder zu Kursen ein.

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