Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Wölfe rissen in Norddeutschland 2019 deutlich mehr Tiere

16.06.2020 - Mit jedem Riss eines Schafs oder Rindes durch Wölfe mehren sich die Stimmen, die eine gezielte Tötung von Wölfen fordern. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Zahl der gerissenen Tiere im ersten Quartal fast verdoppelt.

  • Ein Wolf. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Wolf. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wölfe haben im vergangenen Jahr in Norddeutschland deutlich mehr Nutztiere gerissen als im Jahr zuvor. Insgesamt habe es 371 nachweisliche Wolfsangriffe mit etwas mehr als 1000 getöteten Tieren gegeben, berichtete die «Neue Osnabrücker Zeitung» (Dienstag) unter Berufung auf Angaben der Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Das entspreche einer Zunahme um mehr als 60 Prozent im Vergleich zu 2018. Im laufenden Jahr haben Wölfe nach Angaben aus den drei Bundesländern bereits 590 Tiere gerissen.

Nach Angaben des Landesbauernverbands sind in Mecklenburg-Vorpommern im ersten Quartal 21 Mal Nutztiere gerissen worden. Bei den Vorfällen sei ein Wolf als Verursacher festgestellt oder vermutet worden. Dabei seien 94 Tiere getötet und 21 verletzt worden, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Das sei ein deutlicher Anstieg zum Vorjahreszeitraum: Damals seien 12 Rissvorfälle mit 51 getöteten Nutztieren registriert worden. «Diese Entwicklung muss sowohl für die Tiere als auch für die Weidetierhalter endlich ein Ende haben», sagte Vizepräsident Manfred Leberecht vor einer Beratung zur Überarbeitung des zehn Jahre alten Wolfsmanagementplanes. Dazu hat das Agrarministerium in Schwerin für Mittwoch eingeladen.

Der Wolf stellt die Weidetierhalter dem Bauernverband zufolge zunehmend vor existenzbedrohende Herausforderungen. Die Tiere würden zum Teil trotz wolfssicher eingezäunter Weiden gerissen. Aktuell leben laut Bauernverband acht Wolfsrudel, zwei Paare sowie mehrere Einzeltiere in Mecklenburg-Vorpommern. Leberecht forderte, dafür zu sorgen, dass Landwirte ihre Tiere tiergerecht, gesund und unversehrt auf der Weide halten können. Sei das nicht gewährleistet, müsse die gezielte Tötung eines Wolfs möglich sein.

Entsprechend der Entwicklung haben die norddeutschen Länder der «Neuen Osnabrücker Zeitung» zufolge zuletzt auch mehr Geld für Präventionsmaßnahmen wie etwa Zäune ausgegeben. Die staatlichen Zuwendungen beliefen sich für die drei Bundesländer im Norden auf 2,6 Millionen Euro im Jahr 2019. Ein Jahr davor war es knapp eine Million Euro. Dieses Jahr werden die Ausgaben laut dem Zeitungsbericht wohl bei mehr als vier Millionen Euro liegen.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren