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«Gorch Fock» soll erst Ende Mai 2021 fertigwerden

03.03.2020 - Was lange währt, wird endlich gut? Bei der endlosen Sanierung des Schulschiffs «Gorch Fock» gibt es wieder einmal einen neuen Endpunkt. Die gute Nachricht: Es soll jedenfalls nicht noch teurer werden.

  • Das teilsanierte Marineschulschiff "Gorch Fock" wird auf der Weser von der Fassmer-Werft zur Lürssen-Werft geschleppt. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das teilsanierte Marineschulschiff "Gorch Fock" wird auf der Weser von der Fassmer-Werft zur Lürssen-Werft geschleppt. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die langwierige und teure Sanierung des Segelschulschiffs «Gorch Fock» verzögert sich bis Ende Mai 2021. Auf diesen neuen Abgabetermin haben sich die Deutsche Marine und die Lürssen-Werft in Bremen geeinigt, wie die Werft am Dienstag mitteilte. Von Seiten der Bundeswehr bestätigte das Ausrüstungsamt (BAAINWBw) in Koblenz auf Anfrage den Termin. Am Kostenrahmen ändere sich nichts, sagte eine Sprecherin. Die Kosten sind von geplant zehn Millionen Euro auf 135 Millionen Euro gestiegen. Darin sind 128 Millionen Euro Baukosten und 7 Millionen Nebenkosten enthalten. Auch Lürssen bestätigte den Kostenrahmen.

Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» berichtete, ist der Haushaltsausschuss des Bundestags über das neue Enddatum informiert worden. Zuletzt hatte die Marine mitgeteilt, das generalüberholte Segelschiff solle Ende Dezember 2020 abgeliefert werden. Derzeit liegt der Stahlrumpf der «Gorch Fock» auf einem Werftgelände von Lürssen in Berne an der Unterweser.

Die Deutsche Marine bringt auf der 62 Jahre alten «Gorch Fock» ihren Offiziersanwärtern das traditionelle Seemannshandwerk bei. Doch die seit Ende 2015 laufende Sanierung des Dreimasters hat sich zu einem teuren Debakel entwickelt, das die vorige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auch politisch in Bedrängnis brachte.

Die Lürssen-Werft hat den Sanierungsauftrag seit Anfang Oktober 2019. «Wir haben die Arbeiten an der Bark übernommen, weil wir unserem Kunden in dieser schwierigen Situation gerne helfen wollen», sagte Geschäftsführer Tim Wagner. Lürssen baut für die Marine fünf Korvetten im Milliardenwert und ist am Bau des neuen Mehrzweckkampfschiffs MKS 180 beteiligt.

Die Elsflether Werft als erster Auftragnehmer hatte im Februar 2019 Insolvenz angemeldet. «Infolge der Insolvenz der bisher verantwortlichen Werft erfolgte über Monate ein nahezu umfassender Baustopp, gleichzeitig mussten wir noch zahlreiche Korrekturen an den schiffbaulichen Arbeiten des vorherigen Auftragnehmers vornehmen», sagte Wagner. «In der Summe erfolgte an dem Schiff über viele Monate kein nennenswerter Baufortschritt.»

Nun sei für die «Gorch Fock» eine neue Leistungsbeschreibung «mit entsprechend verbindlich formulierten Zielvorgaben und realistischem Zeithorizont» erstellt worden, teilte die Werft mit. Das Unternehmen bestätigte, dass viele Verträge über Zulieferungen zur Sanierung neu verhandelt worden seien. Manche Gewerke seien neu ausgeschrieben worden.

Viele Werftzulieferer der Region warten noch auf Geld, das ihnen die insolvente Elsflether Werft schuldet. Verkompliziert wird die Lage dadurch, dass zwei ehemalige Vorstände in Elsfleth Millionen Euro in dubiose Nebengeschäfte steckten. Um an die staatlichen Aufträge zu kommen, sollen viele Zulieferfirmen zugestimmt haben, dass die Elsflether Werft pauschal 15 Prozent einbehält. Staatsanwälte in Osnabrück ermitteln deshalb gegen die alte Werftleitung. Aber auch die Büros mehrerer Subunternehmer wurden durchsucht.

Aus der Opposition im Bundestag kritisierte der FDP-Abgeordnete Karsten Klein die neuen Veränderungen an dem Sanierungsprojekt. «Hierdurch entsteht für mich mit Blick auf die Instandsetzung der "Gorch Fock" der Eindruck eines einzigen großen Chaos», sagte er.

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