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260 000 Rehe sterben auf Niedersachsens Straßen

11.01.2020 - Seit Jahren sterben in Niedersachsen Tag für Tag rund 70 Rehe im Straßenverkehr. Was kann dagegen helfen?

  • Rehe auf grüner Wiese im Winter. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Rehe auf grüner Wiese im Winter. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Binnen zehn Jahren sind auf Niedersachsens Straßen mehr als 260 000 Rehe ums Leben gekommen. Dabei ist die Zahl der getöteten Tiere nach Erhebungen der Landesjägerschaft trotz zahlreicher Präventionsmaßnahmen im Durchschnitt konstant geblieben. Dem aktuellen Landesjagdbericht zufolge wurden zuletzt innerhalb von zwölf Monaten erneut mehr als 25 000 Rehe im Straßenverkehr getötet. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit spezieller Präventionsmaßnahmen gibt es nach Einschätzung des Automobilclubs ADAC bisher nicht.

Nach Einschätzung der Landesjägerschaft spielen beim Thema Wildunfälle außer den Tieren selbst vor allem menschengemachte Faktoren eine Rolle: Das seien die wachsende Straßenverkehrsfläche, aber auch die gestiegene Zahl der Kraftfahrzeuge, sagte Sprecher Florian Rölfing. «Seit 1975 hat sich die Verkehrsstärke auf deutschen Autobahnen fast verdoppelt und auf Bundesstraßen sogar vervierfacht», sagte er. Der intensive Ausbau des Verkehrsnetzes habe zu einer Fragmentierung der Landschaft und teils unüberwindlichen Barrieren für viele Wildtiere geführt.

Außer den Rehen sind laut Landesjagdbericht binnen eines Jahres in Niedersachsen auch mehr als 2000 Wildschweine, gut 1100 Dam- und Rothirsche sowie Tausende Hasen, Kaninchen, Füchse und Dachse bei Verkehrsunfällen gestorben. Bundesweit wurden zuletzt pro Jahr rund 275 000 Wildunfälle registriert. Hinzu komme eine hohe Dunkelziffer. Der Schaden beträgt mehrere Hundert Millionen Euro.

Um Wildunfälle zu verhindern, gebe es zahlreiche Maßnahmen, sagte ADAC-Sprecherin Alexandra Kruse. So seien an vielen Strecken mit hohem Wildwechsel blaue Warnreflektoren angebracht. Neben solchen optischen Wildwarnern würden hier und da auch Geräte getestet, die ein akustisches Signal auslösen, sobald ein Fahrzeug naht.

Vereinzelt würden zudem Duftzäune genutzt. Dies seien spezielle Schaumdepots mit übel riechenden Duftstoffen, die das Wild abschrecken sollen. «Deren Einsatz ist wegen der ständig notwendigen Kontrollen und Erneuerungen für viele Landkreise allerdings zu aufwendig und kostenintensiv», sagte Kruse.

Es gebe derzeit außerdem noch keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass durch den Einsatz einzelner optischer, akustischer oder olfaktorischen Maßnahmen die Zahl der Wildunfälle maßgeblich reduziert werden kann, erklärte die ADAC-Sprecherin. «Erfolgreich ist aus unserer Sicht nur ein Bündel von Präventionsmaßnahmen, das das Verhalten der Wildtiere und Verkehrsteilnehmer günstig beeinflusst.»

Vor allem physische Barrieren, also Wildzäune, wie sie an Autobahnen und Schnellfahrstrecken eingesetzt werden, könnten Wildunfälle zuverlässig verhindern. Außerdem: «Übersichtliche, freie Seitenräume erleichtern es den Kfz-Führern, Wildtiere in Straßennähe frühzeitig wahrzunehmen», sagte Kruse. Unabhängig davon: Der beste Schutz gegen Wildunfälle seien angepasste Geschwindigkeit und vorausschauendes Fahren. «Wer Tempo 80 statt 100 fährt, reduziert den Bremsweg um 25 Meter und reduziert im Fall eines Wildwechsels die Unfallschwere.»

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