Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

3:1 gegen Napoli nährt Hoffnung auf «prickelnde» VfL-Saison

12.08.2018 - Eine Woche vor dem Pflichtspielstart gibt der erneut umgebaute VfL Wolfsburg seinen Anhängern Hoffnung auf eine sorgenfreie Saison. Das 3:1 gegen Italiens Vize-Meister Neapel lässt aufhorchen. Noch gibt es aber ein paar Baustellen für das Duo Labbadia und Schmadtke.

  • Wolfsburgs Spieler bejubeln das Tor zum 3:1 gegen SSC Neapel. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Wolfsburgs Spieler bejubeln das Tor zum 3:1 gegen SSC Neapel. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wolfsburg (dpa) - So sehr sich die Verantwortlichen des VfL Wolfsburg auch bemühten, den Achtungserfolg gegen Italiens Vizemeister SSC Neapel herunterzuspielen - die Erleichterung über die gelungene Saison-Generalprobe war deutlich zu spüren. Endlich einmal wieder eine stressfreie Spielzeit wünschen sich der stets ganz groß denkende Mutterkonzern Volkswagen sowie Fans und Umfeld. Die Hoffnung auf eine gar «prickelnde Saison», wie sie der neue Sportchef Jörg Schmadtke haben will, bekam durch das überzeugenden 3:1 (1:0) gegen Carlo Ancelottis Napoli am Samstag im letzten Testspiel vor dem Pflichtspiel-Auftakt im Pokal gegen den den Südwest-Viertligisten SV Elversberg jedenfalls reichlich Nahrung.

«Das gibt den Menschen im Verein und drumherum ein gutes Gefühl», bilanzierte Schmadtke zufrieden, Coach Bruno Labbadia beschwor das «wichtige Erfolgserlebnis» und Doppel-Torschütze Admir Mehmedi (71. Minute/74.) befand: «Heute ist alles positiv.»

Zuletzt rettete sich der trotz der immensen Abgas-Skandal-Krise des Mutterkonzerns nach wie vor von VW finanziell üppig ausgestattete VfL zweimal erst in der Relegation vor dem Bundesliga-Abstieg. Lange Zeit vernachlässigten die VW-Bosse angesichts eigener Probleme die ebenfalls kriselnde Fußball-Tochter. Ein chaotisches Bild vor allem bei der Personalplanung auf und abseits des Platzes war die Folge.

Nach fünf Trainern, drei Sportchefs und zwei nur mit Ach und Krach abgewendeten Abstiegen binnen zwei Jahren soll nun alles anders und vor allem besser werden. Wieder einmal. Zum x-ten Mal neuformiert könnte dies in diesem Jahr indes tatsächlich etwas werden. Anders als 2016 unter Trainer Dieter Hecking und Manager Klaus Allofs und 2017 unter Coach Andries Jonker und Manager Olaf Rebbe, als der ambitionierte VfL jeweils schon angeschlagen in die Saison taumelte, wirkt das Team unter Bruno Labbadia und Sportchef Schmadtke stabiler.

Gegen das nun vom früheren Bayern-Coach Ancelotti betreute Neapel überzeugte Wolfsburg spielerisch und taktisch. «Gegen internationale Top-Gegner ist das gut, weil dir das ein bisschen Rückenwind gibt», lobte Schmadtke und Labbadia meinte: «Natürlich sind wir alle sehr zufrieden.» Auffällig ist auch die starke Fitness der Spieler. Die bis zu drei Einheiten pro Tag in der Vorbereitung unter Labbadia hatten es in sich. «Jede Sekunde, jede Handlung, jeder Torabschluss, jeder Pass, jeder Zweikampf wird durch die Fitness beeinflusst», meinte der Coach. «Jetzt geht es darum, die Sache zu stabilisieren. So ein Erfolgserlebnis wie heute ist daher natürlich gut.»

Auch wenn das VfL-Gebilde lange nicht so zerbrechlich wirkt wie vor den vergangenen beiden Spielzeiten gibt es noch Baustellen. Defensiv offenbart das Team noch Schwächen, die etwa beim zwischenzeitlichen 1:1 durch Arkadiusz Milik (69.) deutlich wurden. «Das hat mich sehr geärgert. Die Entstehung, aber auch die Art und Weise, wie wir uns verhalten haben - das war nicht gut», monierte Labbadia.

Auch auf Schmadtke kommt noch Arbeit zu. Mit aktuell 34 Spielern ist der Kader deutlich zu groß. Bis zum 31. August sollen noch ein paar Spieler abgegeben werden. Nicht zuletzt angesichts des verletzungsbedingt langfristigen Ausfalls von Neuzugang Felix Klaus könnte dagegen sogar noch ein offensiver Flügelspieler kommen.

Äußerlich geben der stets freundliche und entspannte Labbadia und der flapsig-knorrige Schmadtke ein höchst unterschiedliches Paar ab. Spannend wird sein, wie beide harmonieren, sollte der Saisonstart im Pokal in Elversberg und anschließend in der Liga gegen Schalke und in Leverkusen doch daneben gehen. «Am Ende wird dir das nicht helfen gegen Elversberg und es wird dir auch nicht helfen gegen Schalke», warnte Schmadtke vor Euphorie angesichts des Sieges gegen Napoli.

Das könnte Sie auch interessieren