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AKW Grohnde soll Ende Dezember vom Netz

26.01.2021 - 35 Jahre lang hat das Atomkraftwerk in Grohnde zuverlässig Strom geliefert - laut Betreiber Preussenelektra gehörte es immer wieder zu den erzeugungsstärksten der Welt. Bald ist damit endgültig Schluss.

  • Dampf steigt aus den Kühltürmen des Atomkraftwerks Grohnde. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dampf steigt aus den Kühltürmen des Atomkraftwerks Grohnde. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln soll Ende Dezember endgültig abgeschaltet werden. Der genaue Tag stehe noch nicht fest, teilte der Betreiber Preussenelektra auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. «Aller Voraussicht nach wird dieser Tag aber in der zweiten Dezemberhälfte 2021 liegen.» Der Rückbau der Anlage soll ein Jahr nach der Abschaltung beginnen. Noch fehle dafür aber die Genehmigung des niedersächsischen Umweltministeriums. Das Genehmigungsverfahren habe Ende 2017 begonnen.

Preussenelektra rechnet damit, dass der nukleare Rückbau 10 bis 15 Jahre dauern wird. «Daran schließen sich noch rund zwei Jahre für den konventionellen Abbruch der Gebäude an», hieß es.

Das Kernkraftwerk Grohnde war 1985 in Betrieb genommen worden. Nach Angaben von Preussenelektra war es mit Blick auf die jährliche Stromproduktion mehrfach unter den zehn erzeugungsstärksten Kernkraftwerken weltweit. Die Stilllegung ist Teil des 2011 beschlossenen Atomausstiegs in Deutschland.

Bisher sind rund 500 Menschen am AKW Grohnde beschäftigt, davon etwa 300 von Preussenelektra. Während des Rückbaus werde diese Zahl schrittweise zurückgehen, teilte der Betreiber mit. Das Unternehmen sprach von «Anpassungen», die sozialverträglich erfolgen sollen.

Das Umweltministerium in Hannover verwies darauf, dass die Betriebserlaubnis für das Kraftwerk am 31. Dezember 2021 endet. Im vergangenen Frühjahr war das Atomkraftwerk für eine sechswöchige Wartung vom Netz genommen worden. Wegen coronabedingter zusätzlicher Schutzmaßnahmen dauerte die jährliche Revision länger als geplant.

Unter anderem wurden dabei 32 der 193 Brennelemente im Reaktorkern ausgetauscht. Gefunden wurde lediglich ein meldepflichtiger Befund - ein Fehler an einem Leistungsschalter, der laut Umweltministerium aber nur geringe sicherheitstechnische Relevanz hatte. Auch in der Jahresbilanz sei die Zahl der meldepflichtigen Ereignisse in Grohnde zuletzt zurückgegangen: von acht im Jahr 2019 auf drei im Jahr 2020.

Deutschlandweit sind nur noch sechs Atomkraftwerke in Betrieb. Neben Grohnde gehört in Niedersachsen das Kernkraftwerk Emsland dazu. Bis Ende 2021 werden Grohnde, Gundremmingen C und Brokdorf abgeschaltet, bis Ende 2022 folgen mit Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 auch die letzten deutschen Atomkraftwerke. Gegen die Atomenergie gibt es in Deutschland wegen ihrer potenziell großen Gefahr für Umwelt und Sicherheit seit Jahrzehnten Proteste.

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