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Ahting weiter Verdi-Chef in Niedersachsen und Bremen

22.03.2019 - Detlef Ahting bleibt Vorsitzender des Verdi-Landesbezirks für Niedersachsen und Bremen. Mit einer knappen Mehrheit hat sich der Gewerkschaftler gegen seinen Herausforderer Sebastian Wertmüller behauptet. Der wollte Verdi mehr Profil geben.

  • Detlef Ahting, der wiedergewählte Landesvorsitzende von Verdi in Niedersachsen. Foto: Christophe Gateau © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Detlef Ahting, der wiedergewählte Landesvorsitzende von Verdi in Niedersachsen. Foto: Christophe Gateau © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Der bisherige Chef der Gewerkschaft Verdi in Niedersachsen und Bremen, Detlef Ahting, wird den Landesbezirk weiter führen. Der 57-Jährige erhielt bei einer Landesbezirkskonferenz am Freitag in Hannover 63 von 119 Stimmen. Ahting setzte sich damit knapp gegen seinen Herausforderer Sebastian Wertmüller durch. Der Bezirksgeschäftsführer für Süd-Ost-Niedersachsen erhielt 56 Stimmen.

In seiner Rede hatte Wertmüller angemahnt, die Gewerkschaft müsse in der Gesellschaft mehr Profil zeigen. «Wir müssen Diskussionsprozesse anschieben, die uns wahrnehmbarer, profilierter und lebendiger machen», sagte Wertmüller unter Applaus der Delegierten. Nur so könne die Gewerkschaft auch die steigende Zahl der Nicht-Organisierten erreichen. Angesichts des schwindenden Rückhalts für die SPD müsse Verdi auch stärker die Diskussion mit den Grünen, der CDU und auch der FDP suchen, forderte Wertmüller. Der langjährige Gewerkschaftsfunktionär, der nach dem Studium der Sozialarbeit zunächst als Altenpfleger und als stellvertretender Heimleiter gearbeitet hatte, hatte vor der Konferenz auch die zögerliche Haltung des Verdi-Landesbezirks in der Debatte um die niedersächsische Pflegekammer kritisiert.

Doch am Ende reichte es trotz einer engagierten Rede nicht zum Wahlsieg für Wertmüller. Der nun im Amt bestätigte Detlef Ahting leitet den Landesbezirk bereits seit 2011. In seiner Rede verwies er auf die erzielten Erfolge bei Tarifabschlüssen und gab sich selbstbewusst. «Unser Einsatz für soziale Gerechtigkeit ist ein absoluter Markenkern.» Verdi müsse nun zusätzlich daran arbeiten, dass auch die Fachkompetenz der Gewerkschaft für die einzelnen Bereich wie Gesundheit, Logistik und Dienstleistungen stärker anerkannt werde. «Fachlich gut und eine starke Organisation - das gehört zusammen.»

Als Gewerkschafter hat Detlef Ahting eine Bilderbuchkarriere gemacht. In die DGB-Jugend zog es ihn schon zur Schulzeit in seinem Geburtsort Brake an der Unterweser. Während des Zivildienstes stieß er zur damaligen Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), die später im Rahmen einer Gewerkschaftsfusion in Verdi aufging. Es folgten eine Anstellung bei der Stadt Brake und ein Studium der Sozialwissenschaften in Oldenburg.

Gewerkschaftsprofi ist der begeisterte Krimileser seit 1989. Stationen als Kreissekretär in Helmstedt und als Geschäftsführer der ÖTV-Kreisverwaltung Salzgitter-Wolfenbüttel-Helmstedt folgten. Mit der Gründung von Verdi übernahm Ahting die Geschäftsführung in Süd-Ost-Niedersachsen. Seit 2011 steht er an der Spitze von Verdi in Niedersachsen und Bremen und führt damit einen Landesbezirk mit rund 244 000 Mitgliedern.

Bei der Landesbezirkskonferenz stellte sich auch der designierte Verdi-Vorsitzende auf Bundesebene, Frank Werneke, den Delegierten vor. «Wir sind die mit Abstand politischste Gewerkschaft in Deutschland - und ich will, dass das so bleibt», sagte Werneke. Die Gewerkschaft werde aber nicht den Fehler begehen, sich in parteipolitische Verbundenheit zu begeben, stellte Werneke klar. Der 51-Jährige war im November vom Gewerkschaftsrat für die Nachfolge von Verdi-Chef Frank Bsirske (66) nominiert worden. Er soll diesen im September ablösen.

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