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Anzeige wegen Morddrohung hat Konsequenzen für Polizisten

22.01.2020 - Bremen (dpa/lni) - Der Umgang eines Bremer Polizeibeamten mit einer Frau, die im Internet mit Vergewaltigung und Mord bedroht worden sein soll, hat Konsequenzen. «Wir arbeiten intensiv an der Aufklärung des Sachverhaltes», teilte die Polizei am Mittwoch mit. Demnach wurde ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten eingeleitet, bis zum Abschluss ist er von seinen derzeitigen Aufgaben mit Bürgerkontakt entbunden. «Die Polizei Bremen nimmt diesen Sachverhalt zum Anlass um die internen Prozesse, bei der Anzeigenaufnahme von Straftaten im Internet, auch noch mal grundsätzlich zu überprüfen», hieß es.

  • Ein Polizist steht vor einem Streifenwagen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Polizist steht vor einem Streifenwagen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am Montag hatte eine Frau auf Twitter berichtet, dass sie nach einer massiven Drohung von einem Unbekannten im Internet zur Polizei gegangen war und dort nicht ernst genommen wurde. Als sie sagte, dass sie im Internet spielt, soll der Polizist gesagt haben: «Wieso machen Sie sowas auch? Wenn Sie das nicht machen würden, hätte Ihnen auch niemand geschrieben (...)».

Nach dem Tweet äußerten zahlreiche Internetuser ihr Unverständnis am Verhalten der Polizei. Die Beamten selbst teilten mit: «Das geschilderte Verhalten des aufnehmenden Beamten entspricht nicht unserem Verständnis von einer bürgernahen Polizeiarbeit.» Über den Fall hatte zunächst «buten un binnen» berichtet.

Inzwischen hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen zu den Drohungen übernommen. Auch die Politik beschäftigt sich mit dem Vorgang. Die Bremer Grünen forderten nach eigenen Angaben von der Polizei einen ausführlichen Bericht an, der im Februar in der staatlichen Innendeputation beraten werden soll. Auch an diesem Donnerstag soll das Thema in der Innendeputation zur Sprache kommen.

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