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Anzeigen per Mausklick erleichtern Polizeiarbeit nicht immer

20.08.2019 - Online eine Anzeige stellen - das dauert nur wenige Minuten, senkt die Hemmschwelle und erleichtert auch noch die Polizeiarbeit. Zumindest in Niedersachsen. In Bremen fällt die Einschätzung zurückhaltender aus.

  • Das Blaulicht an einem Polizeiauto leuchtet. Foto: Patrick Pleul/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Blaulicht an einem Polizeiauto leuchtet. Foto: Patrick Pleul/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bremen/Hannover (dpa/lni) - Die Online-Wache hat sich nach Einschätzung der Polizei in Niedersachsen und Bremen unterschiedlich gut bewährt. Für die Gewerkschaft der Polizei in Niedersachsen hat sich die Online-Wache in zwölf Jahren Laufzeit als nützliches Werkzeug herausgestellt - gerade angesichts der Personalnot. In Bremen bemängelte die Deutsche Polizeigewerkschaft Mehrarbeit für die Beamten. Die Nutzer allerdings sparten Zeit bei der Erfassung ihrer Anzeigen via Internet. Insgesamt steigt die Zahl der Online-Anzeigen seit Jahren.

«Wir hören von unseren Kolleginnen und Kollegen, dass sie die Online-Wache als gute Ergänzung für ihren Alltag ansehen», sagte Angela Sielaff, die Sprecherin der Gewerkschaft der Polizei in Niedersachsen. Ein Vorteil sei, dass die Anzeigen den zuständigen Beamten direkt zugeordnet werden könnten. Dies entlaste die Kollegen und verkürze die Wartezeit der Menschen, die die Anzeige stellen.

In Bremen gibt es die Online-Wache erst seit zwei Jahren - und das Angebot sei durchaus mit Mehraufwand für die Beamten verbunden, urteilte der Bremer Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Jürn Schulze. Die Kollegen hätten unter dem Strich mehr Arbeit zu erledigen, was aber an dem noch ausbaufähigem System liege. «Wäre das System fehlerfrei und würde es über Abfrageautomatismen verfügen, würde es eine Arbeitserleichterung darstellen», erklärte Schulze.

Die reine Erfassung der Anzeigen werde aber mittels Online-Wache beschleunigt. Im Durchschnitt bräuchten Nutzer dafür nur etwa drei Minuten, sagte der Bremer Polizeisprecher Nils Matthiesen. «Je nach gelieferter Datenqualität durch den Anzeigenden kann es allerdings zu Nachermittlungen durch die aufnehmenden Mitarbeiter kommen.»

Im ersten Halbjahr 2019 waren in Niedersachsen knapp 20 600 Anzeigen eingegangen, wie der Sprecher des Innenministeriums in Hannover, Werner Steuer, sagte. Dies mache immerhin 6 Prozent an der Gesamtzahl der Anzeigen aus. Vergleichszahlen vom ersten Halbjahr 2018 gab es nicht. Binnen zehn Jahren habe sich die Zahl nahezu versechsfacht: Wurden 2008 noch 8300 Anzeigen online registriert, waren es 2018 schon 46 000 Fälle. Die Bremer Online-Wache kam im ersten Halbjahr nach Matthiesens Angaben auf etwa 1900 Fälle.

Dass die Zahl der Online-Anzeigen immer weiter steigt, liege vor allem an der wachsenden Akzeptanz des Internets, meinte Steuer. Daher gebe es in Niedersachsen seit Juli eine überarbeitete Version der Online-Wache. «Die Polizei muss die Menschen heute mit zeitgemäßen Angeboten auch an ihren Smartphones und Tablets abholen. Das gehört zu einer modernen, serviceorientierten Bürgerpolizei einfach dazu», sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD). Schulze urteilte, es sei davon auszugehen, dass das Angebot der Online-Wache die Hemmschwelle der Nutzer bei Anzeigen senke.

Am häufigsten werden über Niedersachsens Online-Wache Fahrraddiebstähle und Straftaten im Internet angezeigt. Darunter fallen beispielsweise Betrugsfälle bei Internet-Auktionen oder Hasskommentare und Beleidigungen im Netz.

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