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Artenschutzzentrum stößt an Aufnahmegrenze

21.02.2020 - Es zwitschert überall im Leiferde Artenschutzzentrum. Allerdings bringen die vielen zu pflegenden Vögel die Einrichtung an die Grenze des Machbaren. Mit Blick auf den Umgang mit Exoten sprechen die Tierschützer deutliche Warnungen aus.

  • Eine Schleiereule wird im Nabu-Artenschutzzentrum aufgepäppelt. Foto: Peter Steffen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Schleiereule wird im Nabu-Artenschutzzentrum aufgepäppelt. Foto: Peter Steffen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Leiferde (dpa/lni) - Angesichts von immer mehr Pflegetieren stößt das Artenschutzzentrum in Leiferde an seine Aufnahmegrenze. «In zwei Jahren sind unsere Vogelnotfälle um 1002 Exemplare gestiegen», sagte Bärbel Rogoschik, Leiterin der Einrichtung des Naturschutzbundes (Nabu) im Kreis Gifhorn. Bei der Vorstellung der Jahresbilanz für 2019 am Freitag verwies sie auf finanzielle, personelle und räumliche Engpässe.

Das Artenschutzzentrum in Leiferde pflegt heimische Wildtiere gesund. Außerdem werden exotische Fundtiere aus artenschutzrechtlichen Gründen aufgenommen. Mit mehr als 3600 Tieren aus 200 Arten sei 2019 ein neuer Höchststand bei den Pfleglingen erreicht worden. Dass es sich dabei vor allem um Vögel handelt, begründet das Schutzzentrum mit der Trockenheit der vergangenen Jahre und einem Insektenmangel. «Die Vögel finden teilweise einfach keine Nahrung», sagte Rogoschik.

Die häufigsten Pflegetiere unter den heimischen Vögeln waren Haussperlinge, Ringeltauben, Amseln und Mehlschwalben. Die beiden vergangenen Jahre hätten für viele Vogelarten zu äußerst ungünstigen Lebensbedingungen geführt. Von der Trockenheit profitieren auf der anderen Seite die Greifvögel, die leichter Mäuse finden, wie Rogoschik erläuterte. Eine positive Bilanz zogen die Tierschützer auch für den Weißstorch. 1133 Paare hätten in Niedersachsen und Bremen 2463 Junge zum Ausfliegen gebracht.

Reptilien hatte die Nabu-Einrichtung 2019 zwar weniger zu versorgen, dennoch erneuerte das Team eine zentrale Warnung. «Es gibt keine wirksamen Kontrollen gegen den Missbrauch von Exoten», sagte Joachim Neumann. Er berichtete über eine illegale Auffangstation, die übrig gebliebene oder unliebsam gewordene Reptilien gegen Schutzgebühr aufnahm, um sie später mit Gewinn wieder abzugeben. So beschlagnahmte das Zentrum beispielsweise einen gefährlichen Skorpion. «Jeder kann im Netz solche Tiere bestellen, das darf einfach nicht sein», warnte Neumann.

Das Tierschutzzentrum in Leiferde mit 13 Mitarbeitern verfügt nach eigenen Angaben über ein Jahresbudget von etwa 250 000 Euro. Die Mittel stammen größtenteils von Land, Nabu, einem Förderkreis und Spenden. Jedes Jahr besuchen laut Rogoschik etwa 11 000 Besucher das Zentrum. Ein Highlight ist das jährliche Storchenfest, zudem zusätzlich noch rund 4500 Gäste kommen.

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