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Bauern rechnen mit weniger Äpfeln als im Vorjahr

02.09.2019 - Saftig und süß, aber von der Menge her weniger als im vergangenen Jahr - das ist die Ernteerwartung der Apfelbauern im Alten Land.

  • Äpfel hängen in einer Plantage an einem Apfelbaum. Foto: Daniel Reinhardt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Äpfel hängen in einer Plantage an einem Apfelbaum. Foto: Daniel Reinhardt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Jork (dpa/lni) - Nach Spätfrösten und Hagelschäden rechnen die Apfelbauern im Alten Land für diese Saison mit einer unterdurchschnittlichen Ernte. «Wir gehen von etwa 265 000 Tonnen aus, etwa 13 Prozent weniger als im vergangenen Jahr», sagte Matthias Görgens von der Obstbauversuchsanstalt Jork der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Trockenheit sei an der Elbe kein Thema, die Landwirte dort hätten in der Regel genügend Wasser. Die extreme Sonneneinstrahlung führe aber zu Sonnenbrand bei den Äpfeln, die nicht vom Laub verdeckt sind: «Das sind normalerweise die Schönsten.» Der Sonnenbrand bei Äpfeln zeige sich in hässlichen Stellen, Verbräunungen und Einsenkungen.

Deutschland- und europaweit rechnen Experten mit einer geringeren Apfelernte. Insgesamt erwarten die Experten in diesem Jahr eine Gesamterntemenge von rund 912 000 Tonnen in Deutschland. Die Durchschnittserntemenge liegt bei gut einer Million Tonnen Äpfel. Die Erzeuger hoffen auf auskömmliche Preise, wie Helwig Schwartau von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft in Hamburg sagte.

Für die Verbraucher dürften sich die Kilopreise im üblichen Bereich bewegen, schätzte Schwartau. Er rechne mit Preisen zwischen 1,45 Euro bis 2 Euro pro Kilo. «Das ist der normale Bereich, der der Ware auch gerecht wird.» Immerhin sorgt die Sonne dafür, dass die Früchte von guter Qualität sind.

Für die Erzeugerpreise ist die europäische Apfelernte wichtig - auch diese wird den Prognosen zufolge mit rund 10,6 Millionen Tonnen um gut drei Millionen Tonnen geringer ausfallen als im Vorjahr. Das liege daran, dass die osteuropäischen Anbaugebiete, und hier vor allem Polen, unter den Folgen von Spätfrösten leiden. Auch das Anbaugebiet im Alten Land habe diese Fröste erlebt. «Aber im Alten Land haben 70 Prozent der Bestände Frostschutz», sagte Schwartau. Mit Hilfe von Beregnungsanlagen können die Obstbauern die Bäume vor Frost schützen.

Insgesamt sei mit einer steigenden Verbrauchernachfrage nach Äpfeln zu rechnen, weil die Ernte in den Hausgärten und Streuobstwiesen in diesem Jahr geringer ausfallen werde als im Jahr zuvor, erklärte Schwartau. Das liege vor allem an der Trockenheit, aber auch an der sogenannten Alternanz: Nachdem die Bäume im vergangenen Jahr sehr reichlich trugen, bräuchten sie in diesem Jahr gewissermaßen eine Ruhepause, mit einem entsprechend geringeren Ertrag.

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