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Bremer Hochschule startet Studium für Pflegefachkräfte

19.10.2019 - In der Pflege fehlen Zehntausende Fachkräfte. Die Politik will den Beruf attraktiver machen, Pflegekräfte sollen künftig verstärkt an Hochschulen ausgebildet werden. Im kleinsten Bundesland startet ein Pflege-Studiengang.

  • Eckart Seilacher, Dozent im Internationalen Studiengang Pflege, steht an der Tafel. Foto: Carmen Jaspersen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eckart Seilacher, Dozent im Internationalen Studiengang Pflege, steht an der Tafel. Foto: Carmen Jaspersen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bremen/Hannover (dpa/lni) - Pflegefachkräfte werden in Bremen künftig auch an der Hochschule ausgebildet. Seit dem Start des Wintersemesters 2019/2020 gibt es den internationalen Studiengang Pflege, wie Studiengangleiter Prof. Matthias Zündel sagte. Demnach richtet sich das acht Semester dauernde Studium an junge Menschen, die ein Staatsexamen als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann sowie einen wissenschaftlichen Abschluss erwerben wollen.

Der Bachelor-Abschluss sei international anerkannt, sagte Zündel. Absolventen könnten in verschiedenen Sparten arbeiten - etwa in der Kinder-, Alten-, Kranken- und Erwachsenenpflege. Zum Studiengang, der am Montag (21. Oktober) feierlich eröffnet wird, gehört ein Auslandssemester.

Auch in Niedersachsen gibt es Pflege-Studiengänge, etwa in Braunschweig, Hannover, Osnabrück, Hildesheim und Göttingen, wie die Sprecherin des Wissenschaftsministeriums, Margit Kautenburger, sagte. Es handele sich um ausbildungsintegrierende Angebote, Hochschulen und Pflegefachschulen arbeiteten eng zusammen. In dieser Zusammenarbeit liegt einer der Unterschiede zum neuen Angebot in Bremen - die dortige Hochschule bietet das Studium unabhängig von einer Pflegefachschule an. Für die Praxisanteile arbeitet sie mit Kooperationspartnern wie Krankenhäusern und Pflegeheimen zusammen.

Das Angebot in Bremen ist nach Angaben der Hochschule bundesweit der erste Studiengang, der nach dem neuen Pflegeberufegesetz akkreditiert wurde. Dieses löst 2020 das Altenpflegegesetz und das Krankenpflegegesetz ab. Es soll die Ausbildung für Pflegeberufe neu strukturieren und verbessern, um die große Personalnot zu bekämpfen. Bundesweit fehlen Zehntausende Pflegefachkräfte.

Das Gesetz sieht eine dreijährige berufliche Ausbildung mit dem Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann vor. Als Ergänzung wird ein Pflegestudium eingeführt - als Antwort auf die zunehmend komplexeren Anforderungen im Pflegesektor. Zudem soll es Fachkräften neue Karrierechancen eröffnen.

Aus der Sicht von Studiengangleiter Zündel bietet die Akademisierung der Pflegeberufe viele Vorteile für Patienten und Fachkräfte. Das neue Gesetz sei eine Chance, die Pflegeausbildung attraktiver zu gestalten. Der Studiengang in Bremen soll demnach ein Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region sein. Absolventen gebe er die Möglichkeit, in einer höheren Gehaltsgruppe einzusteigen. Der Abschluss sei zudem Grundlage für verschiedene Masterstudiengänge, mit denen sich Fachkräfte spezialisieren können.

Berufliche Ausbildungen zur Pflegefachkraft sind aus der Sicht des niedersächsischen Ministeriums weiter wichtig. Die Pflegefachschulen leisten demnach einen wesentlichen Beitrag für eine hochwertige Ausbildung. Die bisherigen Pflege-Studiengänge haben für die Landesregierung auch eine hohe Priorität. «Soweit erforderlich, werden die Studiengänge entsprechend der Neuregelungen modifiziert», sagte die Sprecherin mit Blick auf das Pflegeberufegesetz.

Nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi braucht es mehr als neue Studiengänge, um die Personalnot zu beseitigen. «Gesetzliche Vorgaben für die Personalausstattung in der Altenpflege und in Krankenhäusern, die sich am Pflegebedarf orientieren, sind das wirksamste Mittel gegen Fachkräftemangel», sagte Sylvia Bühler vom Bundesvorstand. Die Vergütung müsse deutlich besser werden - gerade in der Altenpflege.

«Darüber hinaus fehlen nach wie vor überzeugende Antworten, wie sich die Tätigkeiten von Personen mit einer hochschulischen und beruflichen Ausbildung voneinander unterscheiden», sagte sie. Ziel einer Weiterentwicklung der Pflegeberufe müsse die Verbesserung der Versorgungsqualität sein.

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