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Containerbergung nach «MSC Zoe»-Havarie startet

18.02.2019 - Immer mehr Container und Ladungsteile der havarierten «MSC Zoe» werden in der Nordsee geortet. Auf deutscher Seite soll jetzt die Bergung beginnen. Führten Bodenberührungen im Wattenmeer bei stürmischer See zum Verlust der über 300 Container?

  • Stellvertretende Leiter des Havariekommandos, Dieter Schmidt äußert sich im Umweltausschuss des Landtags. Foto: H. Hollemann © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Stellvertretende Leiter des Havariekommandos, Dieter Schmidt äußert sich im Umweltausschuss des Landtags. Foto: H. Hollemann © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Eineinhalb Monate nach der Havarie des Riesenfrachters «MSC Zoe» in der stürmischen Nordsee schreitet die Bergung der verlorenen Ladung voran, während die genaue Ursache noch offen ist. Wie der stellvertretende Leiter des Havariekommandos, Dieter Schmidt, am Montag im Umweltausschuss des Landtags in Hannover ankündigte, soll die Bergung von auf deutscher Seite georteten Containern und Ladungsteilen am Donnerstag beginnen.

In dem Bereich habe das beauftragte Bergungsunternehmen Ardent 45 mögliche Container und 345 größere Ladungsteile auf dem Meeresgrund ausgemacht. Der größte Teil der Ladung sei im niederländischen Bereich und nur 14 Prozent im deutschen Bereich geortet worden, so Schmidt. In den Niederlanden seien in diesen Tagen bereits 1000 Tonnen Container- und Ladungsteile an Land gebracht worden. In Deutschland wurden bislang 220 Kubikmeter Ladungsreste angespült.

Auf der Fahrt von Portugal nach Bremerhaven verlor die «MSC Zoe», eines der weltgrößten Containerschiffe, am 2. Januar im Norden der niederländischen Wattenmeerinseln und vor der Insel Borkum nach letztem Stand 342 Container. Dort habe die Besatzung zweimal eine starke Bewegung des Schiffes sowie Geräusche wahrgenommen, sagte Schmidt. Ob Bodenberührungen oder eine Verkettung von Umständen Ursache der Havarie waren, müssten die niederländischen und deutschen Schiffsunfallbehörden sowie die Staatsanwaltschaft klären.

Erst nach dem Verlust der Container und dem Bemerken der Probleme sei die «MSC Zoe» von einem küstennahen, aber erlaubten Kurs auf ruhigere, entfernte Gewässer abgedreht, sagte Schmidt. Ihm wäre wohler, wenn Schiffe dieser Art generell eine küstenfernere Route fahren würden. Im Falle einer Havarie hätten die Behörden dann mehr Eingriffszeit, bis außer Kontrolle geratene Schiffe oder Ladung zu einer Gefahr für das Festland werden.

Nach dem Abladen eines Teils der Ladung und fast 450 Containern war die «MSC Zoe» am 18. Januar von Bremerhaven nach Danzig (Polen) ausgelaufen. Dort wurde die restliche Ladung gelöscht. Seit dem 5. Februar ist der 395 Meter lange Schiffsgigant wieder in Bremerhaven, wo die Endreparaturen durchgeführt werden, wie Hafenkapitän Andreas Mai am Montag mitteilte. Bei der Havarie waren zum Teil die Reling sowie Vorrichtungen an Bord zur Aufnahme der Container, Brücken für die Sicherungsstangen und Schiffsluken beschädigt worden. Möglicherweise können die Arbeiten diese Woche abgeschlossen werden.

Als überraschend bezeichnete Vize-Chef Schmidt, dass sich die Zahl der vermissten Container mehr als ein Monat nach der Havarie erheblich erhöht hat. Die Lage sei aber unübersichtlich gewesen. «Da war auf Deck wirklich Chaos, es gab zerfetzte Container.» Noch nicht geborgen wurden die beiden einzigen über Bord gegangenen Container mit Gefahrgut. Nach dem Strömungsmodell werden die Container und ihre Ladung auf niederländischer Seite vermutet.

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