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Corona-Ausbruch in Friedland: Parteiübergreifende Kritik

26.07.2020 - Seit Jahrzehnten kommen Aussiedler, die nach Deutschland einreisen, zunächst ins Aufnahmelager Friedland im Landkreis Göttingen. In der Pandemie habe das Bundesinnenministerium nicht genügend Vorkehrungen getroffen, bemängeln Politiker und lokale Behörden.

  • Das Schild am Eingangstor des Grenzdurchgangslagers Friedland. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Schild am Eingangstor des Grenzdurchgangslagers Friedland. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem Corona-Ausbruch unter Spätaussiedlern im Grenzdurchgangslager Friedland gibt es parteiübergreifende Kritik am Bundesinnenministerium. Wie die «Welt am Sonntag» berichtet, forderten die Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin (Grüne), Thomas Oppermann (SPD) und Konstantin Kuhle (FDP) in Briefen das Ministerium auf, die Praxis beim Zuzug zu ändern. Unter anderem sprachen sich die Parlamentarier, in deren Wahlkreis Friedland liegt, für Corona-Tests für Spätaussiedler bereits am Frankfurter Flughafen aus.

Bereits Anfang Juli hatte der Göttinger Landrat Bernhard Reuter (SPD) mit einem Aufnahmestopp gedroht, sollten Bund und Land nicht helfen. Am 2. Juli hatte es 61 Corona-Infizierte in dem Lager gegeben, die überwiegende Mehrzahl waren Spätaussiedler. Zuwanderer mit deutschen Wurzeln aus der ehemaligen Sowjetunion dürfen legal nach Deutschland einreisen - seit Beginn der Pandemie machten davon dem Zeitungsbericht zufolge vor allem Migranten aus Kasachstan Gebrauch.

Nach dem Auftreten von Sars-CoV-2-Fällen in Friedland habe sich der Bund umgehend um weitere Unterbringungsmöglichkeiten zur Quarantäne bemüht, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der «Welt am Sonntag». Die Spätaussiedler würden jetzt auf staatlich bereitgestellte Unterkünfte verteilt. Zudem sei ein Pilotprojekt mit Corona-Tests für sie am Frankfurter Flughafen in Vorbereitung.

Zuletzt hatten 45 Spätaussiedler die 14-tägige Quarantäne nach der Einreise auf einem separaten Grundstück der Landesaufnahmebehörde Braunschweig verbracht, wie die Stadt Braunschweig vor zehn Tagen mitteilte. Hintergrund war, dass in Friedland kein Platz mehr für sie war. 13 Menschen aus Kasachstan waren positiv auf das Coronavirus getestet worden.

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