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Coronavirus-Verdachtsfälle in Niedersachsen werden abgeklärt

29.01.2020 - In Deutschland gibt es erste Coronavirus-Patienten, in Niedersachsen bisher noch immer nur einige Verdachtsfälle. Mehrfach wird Entwarnung gegeben. Doch die Sorge wegen der neuen Lungenkrankheit wirkt sich aus - wie Reiseanbieter merken.

  • Eine Frau trägt eine Mund- und Nasenmaske. Foto: Fabian Strauch/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Frau trägt eine Mund- und Nasenmaske. Foto: Fabian Strauch/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - In Niedersachsen gibt es bislang keine nachgewiesene Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Eine einstellige Zahl von Verdachtsfällen der Lungenkrankheit werde weiter überprüft, sagte ein Sprecher des Landesgesundheitsamts am Mittwoch in Hannover. Der Präsident des Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz, hatte zuvor von landesweit unter zehn Verdachtsfällen gesprochen. Alle Betroffenen seien zuvor in China gewesen. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts ist zu wenig über das neue Virus bekannt, um es richtig einschätzen zu können.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, versuchte zu relativieren: «Die Schwere, die Krankheitslast der Grippe ist schwerer.» Nach Angaben des Instituts verursacht die Grippe jedes Jahr viele Todesfälle. In der Saison 2017/2018 waren in Deutschland etwa 25 000 Menschen an Influenza gestorben - die schlimmste Grippesaison seit Jahrzehnten. Nach Angaben des Vorsitzenden des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, fordert die Angst vor dem Coronavirus derzeit zusätzliche Aufklärungs- und Beratungsarbeit bei Hausärztinnen und Hausärzten. «Einen Grund zur Panik gibt es aber nicht», betonte er. Im Vergleich zur jährlichen Grippewelle sei die Gefahr rein statistisch gering.

Entwarnung zu einem Verdachtsfall kam am Dienstagabend von der Universitätsmedizin Göttingen. Dort lag ein Mann auf der Isolierstation. «Er kam aus China und hatte Grippesymptome», sagte Sprecher Stefan Weller. Auch für zwei Verdachtsfälle in Bremerhaven und einen Fall in Bremen gaben die Behörden jeweils Entwarnung. Labortests hätten keine Nachweise für Coronavirus-Infektionen ergeben.

Bundesweit wurden vier Infektionen bestätigt. In China steigt die Zahl der Patienten mit der neuen Lungenkrankheit sprunghaft an, Tausende Fälle sind schon erfasst. Auch in vielen anderen Ländern wurde der Erreger nachgewiesen.

Das niedersächsische Landesgesundheitsamt prüft die Verdachtsfälle mittlerweile mit eigener Labordiagnostik. Bisher hatte Niedersachsen mit anderen Laboren kooperiert und Proben an die Berliner Charité geschickt. Die Krankenkasse DAK-Gesundheit will am Freitag eine Beratungshotline einrichten, um über mögliche Gefahren aufzuklären. Zwischen 8.00 und 20.00 Uhr sollten Ärzte und Hygienefachleute Fragen zu Risiken und Schutzmaßnahmen beantworten. Kunden aller Krankenkassen können die kostenlose Rufnummer 0800 1111 841 anrufen.

Das neue Virus 2019-nCoV stammt ursprünglich vermutlich von einem Markt in der chinesischen Millionenstadt Wuhan, wo es wohl von dort gehandelten Wildtieren auf den Menschen übersprang. Nach derzeitiger Einschätzung von Experten verläuft die neuartige Lungenkrankheit offenbar in den meisten Fällen mild, möglicherweise sogar ohne Symptome. Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung gibt es nicht. Die Symptome - darunter trockener Husten, Fieber und Atemnot - können aber mit Medikamenten abgemildert werden.

Volkswagen lässt seine 3500 Mitarbeiter in Peking unterdessen für zwei Wochen von daheim aus arbeiten. Nach Angaben des Autobauers werden bis auf weiteres auch alle Geschäftsreisen in China und international ausgesetzt. Nach dem bisher geplanten Ende der schon um drei Tage verlängerten offiziellen Neujahrsferien am kommenden Montag sollen die Mitarbeiter bis zum 17. Februar zuhause bleiben.

Auch auf der Freizeitmesse abf in Hannover machen sich die Folgen der neuen Lungenkrankheit bemerkbar. «Wir merken gerade schon einen leichten Rückgang bei den Buchungen nach China», sagte Julia Döpp vom Reiseveranstalter Explorer Fernreisen. Auch Umbuchungen habe es gegeben. Die Lage sei unklar, die Reiseveranstalter seien im Austausch mit lokalen Partnern und dem Auswärtigen Amt - dort liege die Entscheidung für eine Reisewarnung.

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