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Delmenhorst will Wollepark umgestalten

18.11.2019 - Vor zwei Jahren geriet der Wollepark in Delmenhorst bundesweit in die Schlagzeilen: In zwei Hochhäusern wurden wegen unbezahlter Rechnungen monatelang Wasser und Gas abgestellt. Jetzt war der Ministerpräsident zu Besuch - was hat sich getan in dem Problemviertel, geht es voran?

  • Axel Jahnz (SPD) spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Holger Hollemann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Axel Jahnz (SPD) spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Holger Hollemann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Delmenhorst (dpa/lni) - Die beiden Hochhäuser mit der Adresse Am Wollepark 11 und 12 sind kein schöner Anblick: Fensterscheiben sind zerbrochen, die Eingangstüren mit Platten versperrt. Vor zwei Jahren zog die Stadt Delmenhorst nach langen Querelen die Reißleine und erklärte die Gebäude für unbewohnbar, sie wurden verriegelt. Die letzten verbliebenen Mieter zogen woanders hin. Seitdem verfallen die Häuser. Doch der Delmenhorster Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) ist guter Hoffnung, dass bald Bewegung in die Sache kommt.

Die Eigentümergemeinschaft habe signalisiert, nun doch einem Verkauf zuzustimmen, sagte Jahnz während eines Besuchs von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Montag im Wollepark. Die 80 Wohnungen gehören 50 Eigentümern. Sobald die Stadt die Häuser gekauft hat, sollen sie abgerissen werden. «Ich bin nicht gewillt, solche Wohnverhältnisse zuzulassen», betonte der Oberbürgermeister. Er hofft, dass die Sache in zwei Jahren erledigt ist.

Weil sagte, wenn die Probleme zu groß würden, «muss man an die Siedlungsstruktur ran. Das ist ein Befreiungsschlag.» Jahnz betonte, sollten die Eigentümer sich doch weiterhin einem Verkauf verweigern, setze er auf das neue Wohnraumschutzgesetz. Es solle Anfang 2020 in den Landtag in Hannover eingebracht werden und vermutlich im zweiten Quartal in Kraft treten. Das Gesetz soll es Kommunen erleichtern, gegen problematische Mietverhältnisse vorzugehen.

Die zwei Hochhäuser mit 80 Wohnungen stehen seit November 2017 leer und sind abgeriegelt. Die Stadt erklärte die Gebäude für unbewohnbar, nachdem die Mieter monatelang ohne Heizung und fließendes Wasser darin gelebt hatten. Gas und Wasser waren wegen nicht bezahlter Rechnungen abgedreht worden. Die Eigentümer hatten zunächst angekündigt, die Häuser sanieren zu wollen - danach passierte dann aber nichts mehr.

Delmenhorst ist nun dabei, den Wollepark, in dem 2000 Menschen aus 47 Nationen wohnen, grundlegend neu aufzustellen. Mithilfe von Fördermitteln in Millionenhöhe wurden bereits einige marode Häuser abgerissen. Zwei weitere Blocks sollen 2020 folgen. «Wir wollen den Stempel Brennpunkt weghaben. Das Viertel wird einen ganz neuen Klang bekommen», sagt Oberbürgermeister Jahnz. Eine Kindertagesstätte sei in Planung, Gewerbe soll sich ansiedeln und weitere Freizeitmöglichkeiten geschaffen werden.

«Der Wollepark ist auf einem sehr guten Weg», bestätigte Barbara Stolberg, die sich in der Bürgerinitiative «Elisabeth» im Quartier engagiert. «Hier wird keiner im Stich gelassen.» Ähnlich positiv sieht das Quartiermanagerin Erika Bernau. Der Wollepark habe viele Probleme, «aber auch sehr viel Potenzial». In den letzten drei Jahren sei viel auf den Weg gebracht worden. Entscheidend sei, dass die geplante Kita endlich gebaut werde. «Das wichtigste im Quartier ist, dass Kinder einen guten Start haben. Darüber erreicht man auch die Eltern», sagte Bernau.

Ministerpräsident Weil betonte, dass Delmenhorst mit den städtebaulichen Maßnahmen und den sozialen Angeboten im Wollepark auf dem richtigen Weg sei. «Wenn sich was bewegt, dann machen die Leute auch mit», sagte er. «Meine Erfahrung sagt aber auch, dass dieser Weg so gut wie nie zu Ende ist.»

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