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Die Landwirtschaft ist ein bisschen weiblicher geworden

21.01.2021 - Die Bauernhöfe werden weniger, aber größer, die Zahl der Chefinnen steigt ein klein wenig, und unterm Strich ist der Ökoanteil immer noch zu gering in Niedersachsen: Statistiker stellen erste Daten ihrer Landwirtschaftszählung vor.

  • Ein Traktor pflügt ein Feld um. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Traktor pflügt ein Feld um. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Einfluss von Frauen auf die niedersächsische Landwirtschaft ist etwas gestiegen. Die Zahl der Betriebsleiterinnen auf den Höfen in Niedersachsen wuchs von 2010 bis 2020 um 400 auf 3400. Damit wurden vergangenes Jahr rund 10 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe von einer Frau geleitet, teilte das Landesamt für Statistik Niedersachsen am Donnerstag in Hannover mit. Vorgestellt wurden erste Ergebnisse der Landwirtschaftszählung zum Stichtag 1. März 2020. Diese Landwirtschaftszählung wird in Deutschland alle zehn Jahre vorgenommen.

Der Strukturwandel in der Branche hält unterdessen an. Die Zahl der Betriebe nimmt ab, die Größe der überlebenden Betriebe wächst hingegen. Demzufolge gab es mit 35 000 Betrieben 14,9 Prozent weniger Unternehmen als 2010. Die durchschnittliche Betriebsgröße stieg von 62 auf 73 Hektar. Fast ein Viertel der Betriebe bewirtschaftete eine Fläche von mindestens 100 Hektar.

«Die neuen Zahlen des Landesamtes spiegeln die Realität auf den Höfen wider. Zu viele neue Auflagen und Verordnungen sorgen dafür, dass Bauern ihre Hoftore für immer schließen», sagte Landvolkpräsident Holger Hennies. «Alle wollen regionale und kleine Bauernhöfe, doch dieser Strukturwandel bewirkt das Gegenteil: die durchschnittliche Betriebsgröße stieg von 62 Hektar auf 73 Hektar, und ein Viertel aller Betriebe bewirtschaftet eine Fläche von mindestens 100 Hektar», sagte Hennies und fordert praktikable Lösungen sowie ein Ende weiterer Auflagen: «Wir brauchen Luft zum Durchatmen!»

90 500 Arbeitskräfte gab es im vergangenen Jahr auf den Höfen, 61 Prozent von ihnen kamen aus der Familie der Betriebsleiter. Auch hier gehen die Zahlen zurück: 2010 gab es noch 96 700 feste Arbeitskräfte auf den Betrieben, von denen 75 Prozent aus den Bauernfamilien kamen. Ebenso rückläufig ist die Zahl der Saisonkräfte. Im Zeitraum Februar 20199 bis März 2020 arbeiteten 44 700 Saisonkräfte. Ein Jahrzehnt zuvor waren es mit knapp 54 000 Saisonarbeitern 17,1 Prozent mehr.

Deutlich wird der Strukturwandel auch in der Tierhaltung. In der Schweinehaltung nahm die Zahl der Betriebe zwischen 2010 und 2020 um 3600 auf 6500 Bauernhöfe ab. Diese hielten im vergangenen Jahr mit 8,6 Millionen Schweinen aber 2,2 Prozent mehr Tiere als eine Dekade zuvor.

Noch viel deutlicher, nämlich um 84,5 Prozent, nahm von 2010 bis 2020 die Zahl der Legehennen zu - diese stieg in diesem Zeitraum auf 20,8 Millionen Tiere. Diese wurden zuletzt von 4700 Betrieben gehalten, das sind 4,1 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor.

Deutlich gesunken ist in der vergangenen Dekade auch die Zahl der Rinderhalter, die von 21 100 auf 16 000 Betriebe im Jahr 2020 fiel. Die Zahl der Rinder nahm nur leicht ab auf etwa 2,4 Millionen Tiere.

Nach wie vor schwer hat es im Bundesvergleich der ökologische Landbau in Niedersachsen: Hier stieg die Zahl der Betriebe innerhalb von zehn Jahren bis 2020 auf 1700, was einem Wachstum von knapp 42 Prozent entspricht. Bundesweit nahm die Zahl der Ökobetriebe in diesem Zeitraum aber um 60 Prozent zu auf 9 900 Betriebe. In Niedersachsen werden nur 4,7 Prozent der insgesamt 2,6 Millionen Hektar Landwirtschaftsfläche ökologisch bewirtschaftet. Im bundesweiten Durchschnitt liegt der Anteil der Ökofläche höher bei 9,6 Prozent.

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