Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Die Sonne brennt, die Bauern stöhnen: Hitzewelle im Norden

23.07.2019 - Wer kann, flüchtet sich in klimatisierte Räume oder das Freibad. Dabei steht Niedersachsen und Bremen der wohl heißeste Tag dieser Woche erst noch bevor. Wenn die Vorhersagen eintreffen, könnte der Donnerstag in die Geschichtsbücher eingehen.

  • Ein Landwirt erntet mit einem Mähdrescher ein Rapsfeld. (Luftaufnahme mit Drohne). Foto: Julian Stratenschulte © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Landwirt erntet mit einem Mähdrescher ein Rapsfeld. (Luftaufnahme mit Drohne). Foto: Julian Stratenschulte © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Zwischen Harz und Nordsee bewegen sich die Temperaturen bis zum Donnerstag auf historische Werte zu. «Das könnte möglich sein», sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Dienstag zur Frage, ob die Rekordtemperaturen für Niedersachsen und Bremen fallen könnten. Maßgeblich verantwortlich ist Hoch «Yvonne», das für sonniges und zumeist wolkenloses Wetter sorgt und von Süden und Südwesten subtropische Luft bringt.

REKORDE: Die bislang höchste Temperatur in Niedersachsen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde am 9. August 1992 in der Lüneburger Heide in Bergen und Faßberg gemessen - 38,6 Grad waren es damals. Der Rekord für Bremen stammt mit 37,6 Grad vom selben Tag.

VORHERSAGE: «Gerade der Donnerstag wird der Höhepunkt», sagte der DWD-Meteorologe. Während es auf den ostfriesischen Inseln mit rund 30 Grad noch erträglich sein könnte, sind in Südniedersachsen bis zu 39 Grad möglich. Auch im Münsterland soll es besonders heiß werden. Am Wochenende werden landesweit etwa 30 Grad erwartet. «Das ist für den Sommer nicht unüblich.»

FEUER: Weil es ziemlich trocken ist, steigt die Waldbrandgefahr - mancherorts wird laut DWD die höchste Warnstufe 5 erreicht. Rauchen und Feuer sind in den Wäldern verboten. Autos sollten nicht über trockenem Gras abgestellt werden. Im Landkreis Hildesheim brannte am Montag ein Weizenfeld - rund zwölf Hektar sind zerstört.

LANDWIRTSCHAFT: Die Erntemaschinen rattern derzeit im Akkord. «Ich gehe davon aus, dass ein Großteil der Getreideernte in dieser Woche laufen wird», sagte Carsten Rieckmann, Pflanzenbauexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Auch die Rapsernte hat begonnen. Allerdings ist es oft zu trocken. Das fehlende Wasser werde sich gravierend auf Futterbaubetriebe auswirken, insbesondere auf den Mais. Auch Kartoffel- und Zuckerrübenanbauer warten auf Regen. Gerade im Osten des Landes gebe es zwar Beregnungsmöglichkeiten für die Felder, die zur Verfügung stehende Wassermenge sei aber auch wegen einer intensiveren Bewässerung 2018 in diesem Jahr reduziert worden.

GESUNDHEIT: Alte Menschen und Kinder sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums von der Hitze besonders gefährdet. «Sie bemerken einen Hitzestau oder Flüssigkeitsmangel häufig nicht rechtzeitig», sagte Staatssekretär Heiger Scholz. Hitzschlag oder Sonnenstich drohten. Ein Hitzschlag entsteht nach Angaben des Ministeriums, wenn der Körper mehr Wärme aufnimmt als er abgeben kann. So gerate die Körpertemperatur außer Kontrolle und steige rasch an. Ein Sonnenstich entstehe durch längere direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf. Besonders gefährdet seien Kleinkinder.

TIERE: Problematisch sind die Temperaturen auch für Tiere. Egal ob Hund, Pferd oder Kuh: Besitzer sollten laut Landwirtschaftsministerium auf Schatten und Wasser achten.

RASEN: Kurz vor dem Beginn der neuen Fußballsaison macht die Hitze auch den Rasenpflegern Mühe. «Mein Lieblingswetter ist englisches Wetter», sagte Michael Meyer, seit 15 Jahren Greenkeeper bei Hannover 96. Meyer ist beim Bundesliga-Absteiger für den Stadionrasen, die Trainingsplätze und das Nachwuchsleistungszentrum zuständig. «Das Pflanzenwachstum geht ab 30 Grad quasi in den Notbetrieb. Wir bewässern also regelmäßig, aber nicht zu viel, weil wir kein feuchtwarmes Klima haben möchten.» Wie viel genau er bei dieser Hitze bewässert? «Das mache ich nach Auge.»

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren