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Drogen- und Handyrazzia in Gefängnis: Ermittlungen dauern an

07.09.2019 - Drogen hinter Gittern sind auch in Niedersachsen ein Problem. Das hat jüngst eine Razzia im Gefängnis Sehnde gezeigt. Die Politik setzt neben intensiven Kontrollen auch auf Beratung. Verschiedene Angebote sollen Häftlingen den Weg in ein drogenfreies Leben erleichtern.

  • Ein Justizbeamter geht über einen langen Flur in der Justizvollzugsanstalt Sehnde. Foto: Julian Stratenschulte/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Justizbeamter geht über einen langen Flur in der Justizvollzugsanstalt Sehnde. Foto: Julian Stratenschulte/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Nach einer großangelegten Durchsuchung im Gefängnis in Sehnde bei Hannover mit dem Fokus auf möglichen Drogenhandel dauern die Ermittlungen an. Die Untersuchung der am vergangenen Sonntag sichergestellten Gegenstände werde noch eine gewisse Zeit dauern, teilte die Staatsanwaltschaft in Hannover mit. Gegen vier nach der Razzia suspendierte Justizbeamte, 21 Gefangene sowie sechs weitere Personen wird wegen Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit sowie Drogenhandels ermittelt. In zwölf Hafträumen wurden mögliche Drogen, Spritzbesteck oder Streckmittel entdeckt. Auch Medikamente wurden gefunden.

Drogenhandel und Schmuggel im Gefängnis sind keine neuen Probleme. Ermittlungen gab es in der Vergangenheit auch in Wolfenbüttel und Bremervörde. Deshalb gibt es intensive Kontrollen, wie das Justizministerium mitteilte. Alleine im Juli gab es landesweit 6507 Kontrollen von Hafträumen. In 13 Fällen wurden Substanzen, die möglicherweise Drogen sind, sichergestellt. In 58 Fällen wurden gefährliche Gegenstände und 13 Handys sichergestellt. Trotz aller Schulungen des Personals, um verborgene Gegenstände zu entdecken, gelangen immer wieder unerlaubte Dinge in die Gefängnisse. Häftlinge bringen sie nach Freigängen trotz Kontrollen mit oder Besucher schmuggeln sie ein.

Zugleich gibt es in den Justizvollzugseinrichtungen ein großes Beratungsangebot, um Häftlinge mit Drogenproblemen auf eine Therapie nach der Entlassung vorzubereiten. 2018 konnten insgesamt 264 Gefangene unmittelbar im Anschluss an die Entlassung aus der Haft in eine stationäre Therapieeinrichtung vermittelt werden. In der Jugendanstalt Hameln gibt es außerdem eine Suchtbehandlungsstation, wo junge Menschen zu einem drogenfreien Leben gebracht werden sollen. In den Haftanstalten gibt es landesweit rund 40 Bedienstete, die mit der Beratung und Betreuung von suchtgefährdeten und suchtabhängigen Gefangenen befasst sind. Sie verfügen über eine entsprechende Qualifikation, wie das Justizministerium erklärte.

Innerhalb des Justizvollzuges sind auch medizinisch begleitete Entgiftungen und Substitutionstherapien möglich. In allen Gefängnissen bieten Ärzte so eine Behandlung an.

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