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Emmy für die Regisseurin Maria Schrader

21.09.2020 - Drei große Abräumer und eine Menge Politik: In den USA sind die Emmy Awards vergeben worden. Grund zum Jubeln hat auch die aus der Region Hannover stammende Regisseurin Maria Schrader.

  • Maria Schrader bei der feierlichen Eröffnung der Internationalen Filmfestspiele. Foto: Britta Pedersen/dpa-zentralbild/Archivbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Maria Schrader bei der feierlichen Eröffnung der Internationalen Filmfestspiele. Foto: Britta Pedersen/dpa-zentralbild/Archivbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die aus der Region Hannover stammende Regisseurin Maria Schrader hat mit der Netflix-Serie «Unorthodox» einen Emmy gewonnen. Damit bekam beim wichtigsten US-Fernsehpreis zum ersten Mal eine Deutsche den Preis für die beste Regie einer Miniserie.

Schrader erzählt in «Unorthodox» die Geschichte einer ultra-orthodoxen Jüdin, die vor ihrem Ehemann aus New York nach Berlin flüchtet. Die 54-Jährige hörte in einer Live-Schalte, umgeben von Mitgliedern des Teams, von ihrem Emmy. «Ich bin sprachlos», sagte sie.

Schrader stammt aus der Region Hannover, wo sie in Gehrden ein Gymnasium besuchte und dort erste Schritte in der Theater-AG der Schule unternahm. Es folgte eine Ausbildung am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien, Anfang der 80er Jahre gehörte Schrader zum Ensemble des Staatstheaters in Hannover.

Sie ist sowohl als Schauspielerin («Aimée & Jaguar») als auch als Filmemacherin («Vor der Morgenröte») bekannt. «Unorthodox» wurde international viel beachtet - die «New York Times» nannte die Emanzipationsgeschichte «atemberaubend».

In Schraders Miniserie geht es um Esther («Esty»), eine Jüdin aus der Religionsgemeinschaft der Satmarer in Brooklyn, einer Welt mit strengen Glaubensregeln. Esty freut sich zunächst auf die Ehe, aber vieles ist anders als erwartet.

Die in New York spielenden Szenen basieren lose auf dem 2012 erschienenen Buch «Unorthodox» von Deborah Feldman. Die Hauptrolle spielt die israelische Schauspielerin Shira Haas, das Drehbuch stammt von Anna Winger («Deutschland 83») und Alexa Karolinski («Oma & Bella»).

Die drei großen Emmy-Abräumer waren am Sonntagabend das Drama «Succession» um die kaputte Familie eines Medienmoguls, die freundliche Toleranz-Comedy «Schitt's Creek» und die auf einem realen Massaker an Schwarzen im US-Süden beruhende Comicverfilmung «Watchmen».

Ansonsten war häufig der US-Präsident das Thema vieler Gags und ernster Anspielungen. Zu Beginn sprach Moderator Jimmy Kimmel zunächst vor applaudierenden Stars, gab dann aber preis, dass dies Aufnahmen der Vorjahre waren und er nahezu allein auf der Bühne im Staples Center stand. «Natürlich haben wir kein Publikum», sagte der Komiker.

Danach ging er hinter die Bühne in einen Raum voller Monitore mit Schalten zu rund 100 Nominierten. Mit der Vergabe des ersten Preises begann dann der Siegeszug von «Schitt's Creek» in den Comedy-Kategorien - mehr als 70 Minuten dauerte es, bis überhaupt irgendeine andere Sendung einen Preis erhielt. Bis dahin gewann in allen sieben wichtigen Sparten die warmherzige Serie über die extravagante Familie Rose. Inklusive der Preise für die beste Comedyserie, sowie für bereits an den Vorabenden vergebenen Preisen für Casting und Kostüme kam «Schitt's Creek» auf neun Awards.

Bei den Emmys für Fernsehfilme und Miniserien war «Watchmen» mit insgesamt elf Preisen der große Abräumer.

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