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23-Jähriger gesteht tödliche Messerstiche

13.11.2019 - Im Mai wird die Leiche einer jungen Frau auf einem Sportplatz in Grohnde an der Weser entdeckt. Im Landgericht Hannover beruft sich der mutmaßliche Täter auf Erinnerungslücken. Hat er auch das Handy und die Handtasche des Opfers mitgenommen?

  • Wegweiser vor dem Landgericht Hannover. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Wegweiser vor dem Landgericht Hannover. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer jungen Frau auf einem Sportplatz bei Hameln hat der Angeklagte die Tat gestanden. «Ich wusste in diesem Moment, dass ich etwas Furchtbares getan habe», ließ der 23-Jährige durch seinen Verteidiger erklären. «Mein Herz schlug sehr schnell, ich bin weggerannt.» Vorausgegangen sei ein Streit mit seiner früheren Freundin darüber, wer ein Taxi zur Disco bezahlt. Sie habe ihn beschimpft und damit gedroht, ihn zu schlagen, sagte der schmächtige junge Mann. Er habe sich erst später Gedanken gemacht, was passiert sei.

Der Deutsche soll der 25-Jährigen am 10. Mai dreimal tief in den Hals gestochen haben. Zudem soll er ihr Schnittverletzungen an der rechten Wange, den Lippen und am Hals zugefügt haben. Die junge Frau verblutete in einer Hütte auf dem Sportplatz in Grohnde. Dort hatten sich beide schon früher bei Regen untergestellt, wie der Angeklagte sagte. Ein Anwohner entdeckte die Leiche der Frau am folgenden Tag. Der 23-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt.

Zunächst berief sich der Angeklagte auf Erinnerungslücken, auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Stefan Joseph schilderte der dunkelhaarige Mann zögerlich immer mehr Details. So habe er das Klappmesser in die Weser geworfen und sich dort auch seine blutige Hand gewaschen. Zudem gab der Mann aus Eschershausen zu, das Handy der Frau im Fluss entsorgt zu haben. Ihre Handtasche habe er aber nicht angerührt.

Beide hatten sich über soziale Medien kennengelernt und waren etwa zwei Jahre fest zusammen. Der 23-Jährige schilderte, dass seine Freundin Wutausbrüche gehabt und sich geritzt habe. Auch von Krankenhausaufenthalten war die Rede.

Die Eltern des Opfers hätten einen Anspruch darauf zu erfahren, warum er ihre Tochter getötet habe, ermahnte der Richter den Angeklagten. Das Paar tritt in dem Prozess als Nebenkläger auf.

Nach Zahlen des Bundeskriminalamtes versuchen täglich Männer, ihre Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 123 Frauen von ihren Lebensgefährten oder Ex-Männern getötet, hinzu kamen 208 Mord- beziehungsweise Totschlagsversuche in Partnerschaften. In der internationalen Debatte werden solche Frauentötungen als Femizide bezeichnet.

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