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Fall Maddie: Polizei ging Hinweisen schon 2013 nach

12.06.2020 - Die Braunschweiger Polizei ist bereits 2013 Hinweisen auf den derzeit Mordverdächtigen im Fall Maddie nachgegangen, hat diese aber zunächst nicht weiter verfolgt. «Es ergaben sich keine Anhaltspunkte, die weitere Ermittlungen begründet hätten», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Hans Christian Wolters, am Freitag. Der entsprechende Bericht sei über das Bundeskriminalamt an die britischen Behörden weitergegeben worden, sagte Wolters auf Anfrage.

  • Der Schriftzug "Polizei" an einem Polizeirevier. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Schriftzug "Polizei" an einem Polizeirevier. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zuvor hatten «Spiegel» und «Spiegel TV» berichtet, dass der Braunschweiger Polizei im Fall der vermissten Madeleine McCann im Jahr 2013 eine Ermittlungspanne unterlaufen sei. Ein Beamter soll in dem Jahr eine Vorladung als Zeuge an den heute Verdächtigen geschickt haben. Dem Bericht nach wurde die «Vermisstensache Madeleine McCann» als Grund für die Vernehmung genannt. Damit sei der Mann zu früh darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass Ermittler ihn mit dem Fall McCann in Verbindung brachten.

Das damals dreijährige britische Mädchen verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Apartmentanlage im portugiesischen Praia da Luz. Mehr als 13 Jahre später teilten das BKA und die Staatsanwaltschaft Braunschweig überraschend mit, dass ein wegen anderer Delikte inhaftierter 43-jähriger Deutscher unter Mordverdacht steht.

Details zu den konkret durchgeführten Ermittlungen könne er im Moment nicht geben, sagte Wolters. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ist ihm zufolge erst seit 2018 mit den Ermittlungen befasst. Wolters verwies darauf, dass zum Zeitpunkt des Hinweises 2013 bereits sechs Jahre seit der Tat vergangen waren, in denen theoretisch Beweise hätten vernichtet werden können.

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