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Falsche Wasserwerker erbeuten landesweit Geld und Schmuck

28.07.2019 - Sie wollen angeblich nur helfen - bei einem Wasserrohrbruch beispielsweise. Doch eigentlich haben sie nur ein Ziel: Die freundlichen Herren im Blaumann räumen die Wohnung aus.

  • Eine Wasseruhr ist im Keller eines Privathauses zu sehen. Foto: Jens Büttner/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Wasseruhr ist im Keller eines Privathauses zu sehen. Foto: Jens Büttner/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Göttingen (dpa/lni) – Wasserwerker werden nicht schlecht bezahlt. Bei den Stadtwerken Göttingen etwa verdienen sie nach Angaben einer Sprecherin zwischen 3500 und 4500 Euro im Monat. Verglichen mit dem, was falsche Wasserwerker erbeuten können, ist dies allerdings wenig. Die angeblichen Fachleute bringen es bisweilen auf fünfstellige Einkünfte – in der Stunde. Wohl auch deshalb sind seit Monaten falsche Wasserwerker in Niedersachsen auf Beutezug.

Dabei bringen die Täter vor allem ältere Menschen um teils hohe Beträge. Zuletzt waren angebliche Wasserwerker unter anderem in Wolfsburg sowie in Lauenstein (Kreis Hameln-Pyrmont) aktiv, wo sie einem 84 und 87 Jahre alten Ehepaar Schmuck und Bargeld im Wert von 10 000 Euro abnahmen. In Göttingen machten die Täter nach Angaben der Polizei in der vergangenen Woche zweimal binnen weniger Tage sogar Beute im Wert von jeweils rund 30 000 Euro.

Landesweit gab es seit Jahresbeginn Dutzende derartige Taten. Die Polizei Oldenburg sucht mit Hilfe einer Öffentlichkeitsfahndung nach zwei mutmaßlichen Tätern. Beim Landeskriminalamt werde die Betrugsmasche nicht separat erfasst, sagte ein Sprecher. Unabhängig davon könne man aber von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, weil längst nicht alle Fälle angezeigt würden.

Die Masche der falschen Wasserwerker: Freundliche Männer im Blaumann klingeln vorzugsweise bei älteren Menschen und behaupten, in der Nachbarschaft habe es bei Bauarbeiten einen Wasserrohrbruch gegeben. Deshalb müssten nun im Haus die Wasserleitungen überprüft werden. Dazu sollen die Bewohner dann im Keller, im Badezimmer oder in der Küche ihre Wasserhähne wahlweise auf- oder zudrehen.

In der Zeit können die Täter unbeobachtet in den Wohnräumen nach Bargeld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen suchen. In anderen Fällen behaupten die Unbekannten, sie müssten den Wasserzähler ablesen. Und während sie dies in Gegenwart der Wohnungsinhaber tun, schleicht ein Komplize auf der Suche nach Beute durch die Wohnung. Wenn die Opfer den Diebstahl bemerken, sind der oder die Täter längst über alle Berge.

Tatorte waren jüngst beispielsweise Delmenhorst, Stade, Westerstede und Braunschweig. Dort wurde einer 90-Jährigen ihr wertvoller Goldschmuck gestohlen. Ein älteres Ehepaar büßte ebenfalls Schmuck und einen vierstelligen Bargeldbetrag ein. Außerdem schlugen falsche Wasserwerker unter anderem in Bad Eilsen im Kreis Schaumburg, in Cloppenburg, Ritterhude, Neu Wulmsdorf und Seevetal im Kreis Harburg sowie in Bad Salzdetfurth und Bad Münder zu.

In Hildesheim waren die Gauner sogar mehrfach erfolgreich. Zumeist erbeuteten sie kostbaren Schmuck. Auch in Bremen wurde die Masche wiederholt angewendet. Unter anderem wurden dort über Ostern einer 87-Jährigen die Geldbörse und die EC-Karte entwendet. Mit der Karte hoben die Täter dann Bargeld ab. Auch in Hannover schlugen falsche Wasserwerker mehrfach zu. Dort erlitt eine 80-jährige Frau den größten bisher mit dieser Masche angerichteten Schaden: Sie büßte 100 000 Euro Bargeld und Schmuck ein.

Man solle Wasserwerker und andere Handwerker grundsätzlich nur ins Haus lassen, wenn man sie selbst bestellt habe oder wenn sie von der Hausverwaltung angekündigt wurden, riet die Göttinger Polizei. Unabhängig davon solle man sich stets die Dienstausweise zeigen lassen.

Echte Wasserwerke hätten immer entsprechende Papiere bei sich, sagte die Sprecherin der Stadtwerke Göttingen. «Unsere Wasserwerker können sich immer ausweisen.» Eine Sprecherin des Wolfsburger Energieversorgers LSW wies zudem darauf hin, dass es nicht erforderlich sei, zur Überprüfung beschädigter Leitungen Wohnungen zu betreten.

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