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Flexible Ausbildungswege sollen gegen Erziehermangel helfen

26.06.2019 - Zwischen Harz und Nordsee werden immer mehr Vorschulkinder in Krippe und Kindergarten betreut. Seit der Kita-Besuch für Drei- bis Sechsjährige nichts mehr kostet, ist die Nachfrage in den Kommunen noch größer. Woher sollen die fehlenden Fachkräfte kommen?

  • Grant Hendrik Tonne äußert sich zu Erziehermangel in Niedersachsen. Foto: Christophe Gateau/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Grant Hendrik Tonne äußert sich zu Erziehermangel in Niedersachsen. Foto: Christophe Gateau/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Weil in Niedersachsens Kitas nach Schätzungen Tausende Sozialassistenten und Erzieher fehlen, setzt das Kultusministerium auf flexible Ausbildungswege. «Wir brauchen mehr und ausreichend qualifizierte Fachkräfte», sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Bisher mussten angehende Erzieher vier Jahre lang eine Berufsfachschule besuchen und an Schulen privater Trägerschaft sogar Schulgeld bezahlen.

Mit dem Schuljahr 2019/2020 wird landesweit die Schulgeldfreiheit eingeführt. Außerdem ist dann eine Ausbildung zum Sozialpädagogischen Assistenten und zum Erzieher in Teilzeit möglich - die Arbeit während der längeren Praxisphasen in der Kita wird vergütet. Wer Abitur oder Vorbildung im pädagogischen Bereich hat, kann die vergütete Ausbildung in kürzerer Zeit berufsbegleitend absolvieren. Ziel sei, dass keine Gruppen in Kindergärten geschlossen werden müssten, weil Fachkräfte fehlten, betonte Minister Tonne. Gleichzeitig werde die Qualität der Ausbildung aufrechterhalten.

Nach Einschätzung der Bildungsgewerkschaft GEW werden bis zum Jahr 2025 bundesweit mindestens 300 000 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher gebraucht, um den jetzigen Standard zu halten. Nach Angaben des niedersächsischen Kultusministeriums befinden sich derzeit 15 300 junge Menschen in der Ausbildung zum Erzieher - mehr als je zuvor. Wie viele Stellen im Land unbesetzt sind, sei nicht bekannt. Allerdings mussten vielerorts schon Gruppen tageweise schließen, weil Personal fehlte. Bis 2022 erhält Niedersachsen im Rahmen des «Gute-Kita-Gesetzes» 526 Millionen Euro aus Bundesmitteln - unter anderem für die Personalgewinnung.

Dem Präsidenten des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Marco Trips, gehen die Pläne mit flexibleren Ausbildungswegen nicht weit genug. Er forderte angesichts des leergefegten Fachkräftemarktes eine dreijährige duale Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher. «Weitere Qualifikationen lassen sich dann über Fortbildungen vermitteln. Wir warten da dringend auf Unterstützung durch den Kultusminister», sagte Trips am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Seitdem Eltern für Drei- bis Sechsjährige keine Kita-Gebühren mehr zahlen müssten, gebe es eine noch größere Nachfrage nach Plätzen. Immer mehr Kleinkinder werden zudem ganztags betreut.

Mecklenburg-Vorpommern hat eine vergütete Ausbildung zur «Fachkraft für Kindertagesstätten» eingeführt, ähnlich wie es dem NSGB vorschwebt. Niedersachsens Kultusminister Tonne sieht dies kritisch, weil dieser Abschluss anders als Sozialassistent und Erzieher nicht bundesweit anerkannt sei. Dennoch solle in einem Pilotprojekt der duale Ausbildungsweg erprobt werden, kündigte der SPD-Politiker an. Träger der Regionalabteilung Braunschweig hätten einen Schulversuch vorbereitet, der am 1. August starten werde.

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