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Geburtenrekord bei Kegelrobben an Wattenmeerküste

15.01.2021 - Kegelrobben waren an der Nordseeküste einst nahezu ausgerottet. Nun meldet die niedersächsische Nationalparkverwaltung einen Geburtenrekord bei Jungtieren - vor allem an bestimmten Orten im Wattenmeer fühlen sich die streng geschützten Raubtiere wohl.

  • Eine junge Kegelrobbe und das Muttertier liegen am Strand der Düne vor der Hochseeinsel Helgoland. Foto: Bodo Marks/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine junge Kegelrobbe und das Muttertier liegen am Strand der Düne vor der Hochseeinsel Helgoland. Foto: Bodo Marks/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Kegelrobben im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer vermehren sich weiter prächtig: Noch nie wurden mehr Jungtiere geboren als in der Wurfsaison 2020/21. Bei Zählflügen im Dezember wurden 372 junge Kegelrobben an der niedersächsischen Wattenmeerküste registriert, wie die Nationalparkverwaltung am Freitag in Wilhelmshaven mitteilte. Im Vorjahr waren noch 306 Jungtiere gezählt worden, vor zehn Jahren waren es lediglich 40 Tiere. Seit Anfang der 1990er Jahre erhebt der Nationalpark regelmäßig die Bestände der Kegelrobben. Insgesamt wurden nun 988 der großen Meeressäuger vor Niedersachsen registriert.

Unterdessen meldete die Norddeicher Seehundaufzuchtstation am Freitag die Aufnahme des ersten Kegelrobben-Babys. «Nepomuk» war Ende Dezember hilfsbedürftig auf Borkum gefunden worden, wie Stationsleiter Peter Lienau mitteilte. Das Jungtier hatten den Kontakt zur Mutter verloren. Es kam leicht untergewichtig mit 16 Kilogramm in einem Alter von rund drei Wochen in die Station. Nun wird es dort aufgepäppelt.

Anders als Seehunde, die nach der Geburt direkt mit dem Schwimmen beginnen, verbringen Kegelrobben ihre ersten Lebenswochen noch an Land. In dieser Zeit legen die Jungtiere mit dem hellen, flauschigen Fell Gewicht zu. Die Babys werden von den Müttern oft am Strand abgelegt, während sie selbst auf Nahrungssuche sind. Laut Nationalparkverwaltung finden die Kegelrobben vor allem auf der Kachelotplate, einer größeren Sandbank zwischen Borkum und Juist, genügend Ruhe, um ihre Jungen zur Welt zu bringen und sie zu stillen.

Kegelrobben sind die größten Raubtiere an der Wattenmeerküste und waren vor mehr als 100 Jahren durch starke Bejagung nahezu ausgerottet. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen Tiere aus britischen Gewässern wieder ins Wattenmeer. Die positive Entwicklung ihres Bestandes führt der Nationalpark auch auf den konsequenten Schutz der Sandbänke zurück, die als Kinderstube der streng geschützten Tiere dienen.

Anfang Januar hatte bereits Schleswig-Holstein eine Rekord bei den Kegelrobben auf Helgoland vermeldet. Dort waren zuletzt 652 Jungtiere geboren worden - 119 mehr als im Vorjahr, als 531 Geburten gezählt wurden. Erstmals wurde auf Helgoland in dieser Saison auch eine Robbe auf der Hauptinsel geboren.

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