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Gedenktafel für NS-Verfolgten gewaltsam entfernt

18.11.2019 - Als Sozialdemokrat stellte sich der Braunschweiger Ministerpräsident Jasper den Nazis entgegen. Nach Folter und Verfolgung starb er in Bergen-Belsen. Nun wurde eine Gedenktafel an ihn von der Wand gerissen.

  • Das Blaulicht an einem Einsatzwagen der Polizei. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Blaulicht an einem Einsatzwagen der Polizei. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Braunschweig (dpa/lni) - Der Staatsschutz ermittelt nach dem Entfernen einer Gedenktafel für den im Konzentrationslager Bergen-Belsen gestorbenen Braunschweiger Ministerpräsidenten Heinrich Jasper. Die am ehemaligen Wohnhaus des von den Nazis verfolgten Sozialdemokraten in Braunschweig angebrachte Gedenktafel sei nachts gewaltsam von der Fassade abgenommen worden, teilte die Polizei am Montag mit. «Zur Motivation der Täter kann man Mutmaßungen anstellen», sagte ein Sprecher der Polizei. Deshalb habe der für politische Kriminalität zuständige Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Der ehemalige Braunschweiger Ministerpräsident Jasper war seinerzeit einer der profiliertesten NS-Gegner. Er starb im Frühjahr 1945 in Bergen-Belsen. Jasper war Ministerpräsident in den Jahren 1919 bis 1920, 1922 bis 1924 sowie 1927 bis 1930.

Als 1933 der offene Terror der Nazis über Sozialdemokraten und Kommunisten hereinbrach, war Jasper eines der ersten Opfer. Nach zweijähriger Einzelhaft wurde Jasper zunächst ins KZ Dachau, später in das Lager Oranienburg gebracht. 1939 gelang es einflussreichen Freunden, Hitler persönlich zu einem Freilassungsbefehl zu veranlassen. In den kommenden Jahren wurde Jasper ständig von der Gestapo überwacht. Nach dem Putschversuch von 1944 verhafteten die Nazis Jasper erneut. Er starb acht Wochen vor der Befreiung von Bergen-Belsen.

Zuletzt war der Bündnis-gegen-Rechts-Sprecher im Oktober in Braunschweig angegangen worden. Zweimal war seine Haustüre beschmiert und eine übelriechende Substanz in seinen Briefkasten gekippt worden. Als Tatverdächtigen ermittelte die Polizei einen 27 Jahre alten Mann aus der rechten Szene. Im Umfeld des Hauses waren auch Aufkleber gefunden worden, die laut Polizei auf einen politisch motivierten Hintergrund hindeuteten.

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