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Geflügelwirtschaft fordert mehr politische Unterstützung

09.09.2020 - Über Frust und Existenzängste klagt die niedersächsische Geflügelwirtschaft. Sie fordert europäische und globale Standards - etwa auch beim Verbot des routinemäßigen Kükentötens.

  • Legehennen stehen im Stall in einem Betrieb für die Produktion von Eiern. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Legehennen stehen im Stall in einem Betrieb für die Produktion von Eiern. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die niedersächsische Geflügelwirtschaft fordert von der Politik mehr Unterstützung. «Frust und Existenzängste nehmen in der Praxis besorgniserregend zu. Dazu hat die Politik mit immer neuen und nur nationalen Auflagen aktiv beigetragen», heißt es in einem Positionspapier zur Mitgliederversammlung des niedersächsischen Landesverbandes der Geflügelwirtschaft am Mittwoch in Dötlingen im Kreis Oldenburg. «Wenn die deutsche Politik nicht umschwenkt und für europäische, und bei den internationalen Handelsabkommen auch für globale Standards eintritt, geht unsere Wettbewerbsfähigkeit immer mehr den Bach runter.»

Das mahnte der Verband etwa beim geplanten Verbot des massenhaften Kükentötens an. Das routinemäßige Töten frisch geschlüpfter, männlicher Küken soll in Deutschland ab Januar 2022 verboten werden, wie aus einem am Mittwoch von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) vorgestellten Gesetzentwurf hervorgeht. Das Geschlecht der Tiere muss dann schon im Ei bestimmt werden, so dass die männlichen Küken gar nicht erst schlüpfen - und ab Januar 2024 sollen Methoden angewandt werden, die vor dem siebten Bruttag greifen.

Der Ausstieg werde generell begrüßt, allerdings gelte das Gesetz nicht im Ausland, heißt es im Positionspapier des Verbands. «Im Rahmen des freien Warenverkehrs in der EU können und werden also zum Beispiel polnische oder niederländische Brütereien weiterhin männliche Küken töten und weibliche Junghennen-Küken nach Deutschland exportieren und hier legal zum Kauf anbieten.»

Um tierfreundlichere Haltungsbedingungen umzusetzen, braucht es aus Sicht des Verbandes finanzielle Hilfen. Nötig ist demnach eine zweckgebundene Tierwohlprämie mit einer Laufzeit von mindestens 20 Jahren, die die Erstattung von Mehrkosten langfristig sichere und Planbarkeit biete. «Als Finanzierungsinstrument kommt eine von den Verbrauchern zu leistende maßvolle Tierwohlabgabe in Frage.»

Um das Verständnis der Bevölkerung für die Branche zu erhöhen, setzt der Verband auf Kommunikation. «Wir müssen mehr denn je durch Kommunikation Vertrauen wieder herstellen und halten, dafür Geld in die Hand nehmen und über alle zur Verfügung stehenden Kanäle glaubwürdige Informationen verbreiten.» Die niedersächsische Geflügelwirtschaft hält mehr als 100 Millionen Tiere.

Die Landwirtschaft steht vor großen Veränderungen. Im Auftrag der Bundesregierung soll die «Zukunftskommission Landwirtschaft» mit Vertretern aus Landwirtschaft, Handel und Ernährungsbranche, dem Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz sowie Wissenschaftlern Empfehlungen für mehr Naturschutz, Tierwohl und weniger Preiskampf bei Lebensmitteln erarbeiten. Ziel ist eine Einigung über die künftige Ausrichtung der Landwirtschaft.

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