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Gemeindebund: «Kostenloser ÖPNV ist nicht realisierbar»

25.11.2019 - Hannover (dpa/lni) - Der Großversuch mit kostenlosem Nahverkehr in Hannover stößt beim Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund auf Kritik. «Ein kostenloser ÖPNV ist derzeit nicht realisierbar und unverantwortbar», bemängelte Thorsten Bullerdiek, Sprecher des Gemeindebundes. Mit dem Aktionstag am Samstag würde den Bürgerinnen und Bürgern vorgegaukelt, dass der kostenfreie Nahverkehr einfach umsetzbar wäre - dem sei nicht so. Vielmehr würde damit einem stark unterfinanzierten System das Geld für den Betrieb und für Modernisierungen entzogen.

  • Menschen steigen auf einem Bahnsteig in der U-Bahnstation Kröpke in eine Bahn ein. Foto: Lucas Bäuml/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Menschen steigen auf einem Bahnsteig in der U-Bahnstation Kröpke in eine Bahn ein. Foto: Lucas Bäuml/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bullerdiek nannte die Diskussion außerdem ein «völlig falsches Signal»: Während auf dem Land oft noch Bus und Bahn fehlten, werde ein kostenfreier Nahverkehr in den Städten auch mit den Steuermitteln aus dem Umkreis finanziert. Zunächst müssten also mittlere und kleine Städte einen gut getakteten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bekommen.

In Hannover wird am Samstag vor dem ersten Advent der komplette öffentliche Nahverkehr kostenlos angeboten. Mit der Aktion am 30. November soll getestet werden, ob ein kostenfreier öffentlicher Nahverkehr die Menschen tatsächlich zum Umsteigen bewegt, sagte ein Sprecher der Region Hannover. Busse und Stadtbahnen sollen an dem Tag in einem engeren Takt fahren, um das zusätzliche Passagieraufkommen zu bewältigen. Für den Aktionstag gehe er von einem Ausfall von Einnahmen von rund 200 000 Euro aus, sagte der Sprecher. Die Region Hannover und der Großraum-Verkehr Hannover (GVH) wollen am Montag (11.00 Uhr) über die Aktion informieren.

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