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Gericht: Krankenkasse lehnt Begleithund zu Recht ab

23.03.2020 - Begleithunde sind für Kinder, die an vorgeburtlich erlittenen Schäden durch den Alkoholkonsum der Mutter leiden, kein Hilfsmittel der gesetzlichen Krankenversicherung. Das entschied das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in Celle in einem am Montag bekanntgewordenen Urteil vom 18. Februar (Az. L 16 KR 253/18). Im vorliegenden Fall hatte ein Grundschüler aus dem nördlichen Niedersachsen geklagt. Der Junge wurde den Angaben zufolge als viertes von sechs Kindern einer alkoholkranken Mutter geboren, er leidet demnach an einem sogenannten fetalen Alkoholsyndrom und Entwicklungsverzögerungen.

  • Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Kind sei zappelig und neige zum Redeschwall, teilte das Gericht mit. Die behandelnde Kinderärztin habe dem Jungen, der bei Pflegeeltern lebt, einen Behindertenbegleithund verordnet, der ihn beruhigen sollte. Ein Hund gebe Geborgenheit und fördere auch den Kontakt zu anderen Kindern. Die Krankenkasse lehnte eine Kostenübernahme ab, es handele sich um allgemeine Haustierhaltung.

Das Gericht bestätigte die Rechtsauffassung der Krankenkasse. Im Gegensatz zum Blindenhund sei ein Begleit- oder Assistenzhund kein Hilfsmittel der gesetzlichen Krankenkasse. Zwar werde die positive Wirkung des Hundes nicht in Frage gestellt, weil der Junge in Gegenwart des Tieres ruhiger sei. Ein Haustier werde aber allein durch förderliche Auswirkungen nicht zum Hilfsmittel, es gehe um kein Grundbedürfnis.

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