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Gewerkschaften: Mehr Neueinstellungen zum Schuljahresstart

12.08.2019 - In wenigen Tagen beginnt in Niedersachsen das neue Schuljahr. Das Kultusministerium will 1900 neue Lehrer einstellen. Nicht genug, findet die Bildungsgewerkschaft GEW. Auch werden wohl weiterhin viele Gymnasiallehrer an anderen Schulen aushelfen müssen.

  • Laura Pooth, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, spricht ins Mikrofon. Foto: Hauke-Christian Dittrich © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Laura Pooth, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, spricht ins Mikrofon. Foto: Hauke-Christian Dittrich © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Kurz vor Beginn des Schuljahres hat die Erziehungsgewerkschaft GEW die vom Kultusministerium avisierte Anstellung von 1900 neuen Lehrern als unzureichend kritisiert. «1900 Stellen mit Ach und Krach zu besetzen, und dann auch nicht mit eigentlichen Fachkräften - das löst bei uns keinen Jubel aus», sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth am Montag in Hannover. Nach Ansicht der GEW werden schon jetzt mindestens 2500 neue Lehrer und Lehrerinnen benötigt. Auch der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) blickt mit Sorge auf das neue Schuljahr und befürchtet Lehrmangel an Haupt-, Real- und Oberschulen.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will am Mittwoch die aktuellen Einstellungszahlen zum Start des neuen Schuljahres bekanntgeben. Laut Ministerium waren Ende der vergangenen Woche von rund 1900 ausgeschriebenen Stellen 1690 besetzt.

GEW-Landeschefin Pooth verwies darauf, dass Schulen im ländlichen Raum und in Brennpunktstadtteilen sowie kleine Schulen viele ihrer Stellen nicht besetzen könnten. «Eine Oberschule in Bückeburg hat vier Stellen ausgeschrieben und keinen einzigen Bewerber.» Generell seien für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen zu wenige Bewerbungen eingegangen. In der Folge habe das Land erneut Stellen umgewidmet und vermehrt Gymnasiallehrer eingestellt.

Pooth erwartet daher, dass es wieder Abordnungen von Gymnasiallehrern an andere Schulformen geben wird - etwa so viele wie im vergangenen Schuljahr. «Dabei hatte der Kultusminister doch angekündigt, dass er die Abordnungen reduzieren will.» Da die Bereitschaft vieler Lehrer zurückgehe, Abordnungen hinzunehmen, geschehe dies immer häufig gegen den Willen des Betroffenen. «Im Bereich Lüneburg werden sogar Personalräte abgeordnet, das ist ein rechtswidriges Verfahren.»

In anderen Fällen würden Berufsanfänger direkt nach der Neueinstellung an eine andere Schulform geschickt. «Es gibt mittlerweile Grundschulen, wo mehr abgeordnete Gymnasiallehrkräfte tätig sind als Grundschullehrer», sagte Pooth. Auch der VNL-Landesvorsitzende Torsten Neumann sieht diese Form der Aushilfe kritisch. «Abordnungen, in der Regel nur stundenweise, sorgen für Unruhe und Belastungen.» Dies gelte für die abgebende und für die aufnehmende Schule.

GEW-Landeschefin Pooth befürchtet, dass sich die Situation im nächsten Schuljahr noch verschärfen wird. Denn dann werde es wegen der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren einen doppelten Abiturjahrgang geben. Dafür würden 1250 zusätzliche Lehrkräfte benötigt. «Deshalb hätte schon jetzt über den Durst eingestellt werden müssen.»

Pooth erneuerte ihre Forderung, das Land müsse die Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen finanziell mit den Studienräten an Gymnasien gleichstellen. Minister Tonne müsse einen verbindlichen Stufenplan zum Übergang zur Besoldungsstufe A13 vorlegen. Niedersachsen müsse mehr in die Bildung investieren - dies sei angesichts der guten Einnahmesituation auch möglich. «Ich erwarte von der niedersächsischen SPD eine Initiative zur Abschaffung der Schuldenbremse», sagte Pooth.

Eine positive Imagekampagne für den Lehrerberuf, wie sie der Landeselternratsvorsitzende Mike Finke gefordert hatte, hält sie für verfehlt. «Die Missstände müssen beseitigt werden, nicht beschönigt.» Finke hatte auch gefordert, die Lehrer sollten nicht so viel über schlechte Bezahlung und zu viel Arbeit klagen, da dies junge Leute von dem Beruf abschrecke. Der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Franz-Josef Meyer, zeigte sich über diese Äußerung empört. Die Aussagen Finkes zeugten von einer Ignoranz gegenüber den tatsächlichen Gründen für den Lehrermangel an Grund-, Haupt-, und Realschulen.

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