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Grüne kritisieren Rückzug der Lürssen-Werft aus Elsfleth

13.04.2020 - Die Grünen im niedersächsischen Landtag haben den angekündigten Rückzug der Lürssen-Werft vom Gelände der insolventen Elsflether Werft kritisiert. Die Begründung der Firma sei unglaubwürdig, monierte der Grünen-Abgeordnete Dragos Pancescu, der aus der Wesermarsch kommt.

  • Das Firmenlogo der Elsflether Werft ist auf einer Halle angebracht. Foto: Helmut Reuter/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Firmenlogo der Elsflether Werft ist auf einer Halle angebracht. Foto: Helmut Reuter/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Lürssen-Gruppe habe bei Anmietung des Werftgeländes in Elsfleth gewusst, dass es in dem Hafen am Weser-Nebenfluss Hunte ein Problem mit Schlick gebe. Der Hafen sei mehrfach auf Kosten des Steuerzahlers ausgebaggert worden, zuletzt im Dezember des vergangenen Jahres.

Der Marineschiff- und Jachtbauer Lürssen in Bremen hatte im Oktober 2019 die Belegschaft des insolventen Konkurrenten und dessen größten Auftrag übernommen, die Sanierung des Marineschulschiffs «Gorch Fock». Das veraltete Werftgelände wurde angemietet, gehört aber weiter der Elsflether Werft AG. Vergangene Woche erklärte Lürssen, das Gelände sei nicht rentabel zu betreiben. Als Gründe wurden die Verschlickung des Hafenbeckens, Altlasten und ein Naturschutzgebiet in der Nähe genannt, das die Werftarbeiten einschränke.

«Ohne Baggern ist der Elsflether Hafen nicht mehr nutzbar», sagte ein Sprecher der Elsflether Werft AG. In der Vergangenheit habe das Land meist zwei Drittel der Kosten getragen, die Werft ein Drittel. Im Dezember hatte der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erneut eine Fahrrinne baggern lassen. Nur so konnte die Elsflether Werft AG ihren vorletzten Auftrag wieder zu Wasser lassen und abliefern, das sanierte Marine-Wohnschiff «Wische». Die 5000 Tonnen Aushub sind aber mit Rückständen von Schiffsfarbe belastet und lagern vorläufig auf einem Spülfeld bei Brake.

Nach Darstellung von Lürssen müssten alle zwei bis drei Jahre mehr als 38 000 Tonnen Schlick aus dem Elsflether Hafen gebaggert werden, damit Schiffe bis vier Meter Tiefgang die Werft erreichen können. «Die Beseitigungskosten des Schlicks sind - auch mit finanzieller Unterstützung des Landes - durch den Betrieb wirtschaftlich nicht leistbar», sagte ein Sprecher. Als letzter Auftrag in Regie der insolventen Elsflether Werft AG verließ das Marine-Versorgungsschiff «Elbe» im März den Hafen und liegt bis zur Abgabe in Lemwerder.

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