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Heimbewohner in Niedersachsen und Bremen zahlen mehr zu

31.07.2020 - Pflegebedürftige müssen in Niedersachsen und Bremen für die Betreuung im Heim immer mehr aus eigener Tasche zuzahlen. In Niedersachsen stiegen die Eigenanteile innerhalb eines Jahres um 142 Euro pro Monat auf 1704 Euro, wie aus Daten des Verbands der Ersatzkassen mit Stand 1. Juli 2020 hervorgeht. Im Land Bremen waren es 1959 Euro (plus 114 Euro). Beide Länder liegen noch unter dem bundesweiten Schnitt von 2015 Euro pro Monat.

  • Eine ältere Frau sitzt in einem Pflegeheim in ihrem Rollstuhl vor einem Tisch. Foto: Marcel Kusch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine ältere Frau sitzt in einem Pflegeheim in ihrem Rollstuhl vor einem Tisch. Foto: Marcel Kusch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Vergleich der Bundesländer am teuersten bleiben Heimplätze in Nordrhein-Westfalen mit nun durchschnittlich 2405 Euro. Dagegen ist die Belastung in Sachsen-Anhalt mit 1436 Euro am niedrigsten.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen daneben noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen dazu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg in Niedersachsen auf 602 Euro im Monat, nachdem es zum 1. Juli 2019 noch 487 Euro gewesen waren. Für Pflegebedürftige in Bremen stieg die Summe von 556 auf 642 Euro.

Die Chefin des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), Ulrike Elsner, sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Problem der steigenden Eigenanteile müsse angegangen werden. Eine kurzfristig umsetzbare Lösungsmöglichkeit wäre, die Leistungsbeträge der Pflegeversicherung einmalig anzuheben. Dies könnte zum Beispiel Mehrbelastungen durch höhere Tariflöhne in Pflegeheimen ausgleichen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die von der Corona-Krise überlagerte Debatte über eine Pflegereform im Herbst neu starten. Dann soll auch klar sein, wie sich die Pandemie auf die Sozialkassen auswirkt.

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