Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

IG BCE gegen Homeoffice-Pflicht: «Ein bisschen weltfremd»

18.01.2021 - Die politischen Stimmen, die im Corona-Lockdown auch eine Homeoffice-Pflicht fordern, mehren sich. In vielen Branchen sei das aber gar nicht umzusetzen, kritisiert die Gewerkschaft IG BCE.

  • Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Rufe nach einer Homeoffice-Pflicht in der Corona-Krise stoßen bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) auf Ablehnung. Er habe die Diskussion darüber und über einen Lockdown der Industrie «nicht wirklich verstanden», sagte IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis am Montag in der Jahrespressekonferenz der Gewerkschaft. In vielen Bereichen wie der Pharmaindustrie sei die Arbeit von zu Hause schlicht nicht möglich. «Das ist ein bisschen weltfremd.» In den Branchen Chemie und Pharma seien die Sicherheitsstandards zudem so hoch, dass die Gefahr, sich im Betrieb mit dem Virus zu infizieren, eher geringer sei als vor den Werktoren.

Vassiliadis warnte, dass die Arbeit zu Hause auch die Mitbestimmung und den Einfluss der Gewerkschaften schwäche. So versperrten einige Unternehmen den Gewerkschaften den digitalen Zugang zu den Beschäftigten. Die IG BCE lasse dieses Vorgehen gerichtlich prüfen und wolle ihr Zugangsrecht notfalls politisch durchsetzen, sagte er.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte der «Rheinischen Post» (Montag) zuvor über eine mögliche Verlängerung des Lockdowns gesagt: «Es liegt eine Auswahl von Möglichkeiten auf dem Tisch.» Neben einer FFP2-Maskenpflicht im Bahnverkehr und möglichen Ausgangssperren nannte er auch eine Homeoffice-Pflicht.

Gewerkschaftschef Vassiliadis erneuerte zudem seine Forderung nach einem europäischen «Pharma-Pakt». Dieser solle sicherstellen, dass es eine gemeinsame Infrastruktur und wieder mehr regionale Produktion in Europa gebe «für gewisse extrem wichtige Produkte und Produktionsverfahren». Dafür müssten die Staaten verstärkt in die Arzneibranche investieren. Voraussetzung sei, dass die Unternehmen im Gegenzug die regionale Herstellung, aber auch die Einhaltung von Tarifverträgen und Mitbestimmungsrechten zusicherten.

Schon zu Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen März hatte die IG BCE beklagt, dass sich Deutschland und Europa in eine gefährliche Abhängigkeit von wenigen Lieferanten in China und Indien begeben hätten. Die Lehre daraus müsse sein, dass wichtige Arzneien künftig vor Ort hergestellt werden.

Für die Gewerkschaft selbst ist die Corona-Krise mit einem Mitgliederverlust verbunden. Anstatt wie in den Vorjahren rund 30 000 habe die IG BCE im vergangenen Jahr nur rund 25 000 neue Mitglieder gewonnen. Das sei eine Corona-Folge, weil es schwieriger gewesen sei, potenzielle Interessenten zu erreichen, erklärte Vassiliadis. Die Gesamtzahl der Mitglieder ging um zwei Prozent auf 606 000 zurück.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren