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IG Metall: Vier-Tage-Woche mögliche Lösung im Strukturwandel

22.09.2020 - Gewerkschaftschef Hofmann geht Unternehmen wie Schaeffler und Continental hart an. Sie nutzten die Corona-Krise auch als Deckmantel, um Einsparungen durchzudrücken. Wie könnte man möglichst viele Jobs retten?

  • Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat großen Unternehmen vorgeworfen, die Corona-Krise für die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland auszunutzen. Als Beispiele nannte er am Dienstag in Hannover die Autozulieferer Schaeffler und Continental. Die Gewerkschaftsspitze beklagte fehlende Strategiepläne in einer sich durch die Digitalisierung verändernden Arbeitswelt. Für ihn sei eine Vier-Tage-Woche eine mögliche Option, um dem Strukturwandel zu begegnen, sagte Hofmann. «Dazu gehört auch zwingend die Qualifizierung der Beschäftigten für die Arbeitswelt von morgen.»

Conti etwa will unter dem Druck des Umbruchs in der Autoindustrie zu alternativen Antrieben und Vernetzung sowie der Corona-Absatzkrise weltweit 30 000 Stellen «verändern», davon 13 000 in Deutschland. Zwar werden Mitarbeiter dabei auch weiterqualifiziert, parallel jedoch ebenso Stellen gestrichen oder verlagert. Schaeffler will bis Ende 2022 rund 4400 Arbeitsplätze abbauen und ganze Werke schließen oder zum Verkauf anbieten.

Der IG-Metall-Chef warnte vor der Gefahr einer neuen Massenarbeitslosigkeit. Der Bezirksleiter der Gewerkschaft für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, erklärte: «Es gibt Betriebe, die gut ausgelastet sind, in denen Beschäftigte Überstunden machen, um die vergangenen Monate aufzuholen. Viele Betriebe hingegen sind immer noch in der Kurzarbeit, die Aufträge bleiben aus, und Arbeitslosigkeit droht.»

Zwar habe die Kurzarbeit in der Krise etlichen Firmen Entlastung geboten. Allerdings seien auch langfristige Lösungen notwendig, um die «Unterauslastung im Strukturwandel ohne Massenentlassungen bewältigen zu können», betonte Gröger. In zahlreichen Unternehmen könnten künftig 10 bis 15 Prozent des bisherigen Arbeitsvolumens wegfallen.

Als mögliche Abhilfe sehen Gröger und Hofmann eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf vier Tage. So etwas müsse jedoch auch für Beschäftigte mit ohnehin niedrigem Lohn infrage kommen können. «Deshalb werden die Arbeitgeber sich an der finanziellen Abfederung beteiligen müssen», sagte Gröger. Dies sowie Entgeltfragen sollen Themen der Tarifkommissionen vor den bevorstehenden Verhandlungen in der Branche sein.

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