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Illegale Müllentsorgung bleibt Problem in Corona-Krise

18.01.2021 - Förster entdecken immer wieder neue Müllkippen in der Natur. Menschen stellen Abfallsäcke an die Straße und kippen Sperrmüll in den Wald. Dabei sind die Recyclinghöfe trotz des Lockdowns offen.

  • Illegal entsorgte Autoreifen liegen in einem Waldstück an einer Straße. Foto: Philipp Schulze/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Illegal entsorgte Autoreifen liegen in einem Waldstück an einer Straße. Foto: Philipp Schulze/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die illegale Müllentsorgung ist ein Dauerthema - viele Menschen schmeißen ihren Abfall nach Ausmisten und Aufräumen in heimischen Gärten, Kellern und Dachböden einfach in die Natur. Mehr als 1000 Anzeigen stellte der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) im vergangenen Jahr nach Hinweisen von Bürgern über die 2019 eingerichtete Müllmelde-App. «Vielleicht hört das Wegwerfen irgendwann auf, wenn wir immer mehr Leute anzeigen», sagte der Teamleiter der Abfallfahndung, Andreas Hübner.

Obwohl die Wertstoffhöfe geöffnet sind, hält es viele nicht davon ab, ihren Abfall im Freien zu entsorgen. Beim öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger aha gibt es inzwischen neun Abfallfahnder, die auf den Straßen unterwegs sind, weggeschmissene Dinge sichten und Verursacher ermitteln.

Die wilden Müllkippen sind auch bei den Niedersächsischen Landesforsten ein Problem. Illegal entsorgten Unbekannte etwa 20 Quadratmeter alubeschichtete Glaswolle an einem Waldweg bei Soderstorf, berichtete die «Lüneburger Landeszeitung». «Das ist ein Thema im Moment, aber nicht ganz so dringlich wie im ersten Lockdown. Und die Chance erwischt zu werden, ist groß, weil in Corona-Zeiten viele Spaziergänger unterwegs sind», sagte Landesforsten-Sprecher Knut Sierk. «Dann kann es sehr teuer werden. Nach dem Abfallkreislaufgesetz können fünfstellige Beträge fällig werden».

Dennoch sei es für einige einfach bequemer, ihren Müll im Wald zu entsorgen. Gartenabfälle seien ein Riesenproblem, weil darin mitunter Pflanzenteile sind, die im Wald anwachsen, sich verbreiten und heimische Arten verdrängen. Wildtiere könnten sich zudem an sorglos weggeworfenen Dingen verletzen und an Chemikalien vergiften.

Förster Stefan Heidecke aus Oerrel bei Munster im Heidekreis stößt im Wald immer wieder auf Gartenabfälle, Plastiktonnen und auch Schlachtabfälle. «Ich bin einfach wütend über Mitmenschen, die ganz anders ticken als man selber offensichtlich», sagte er.

Im Gegensatz zum vergangenen Frühjahr sind die Recyclinghöfe derzeit offen, auch wenn der Andrang zugenommen hat. «Im Frühjahr war hier so viel los, da sind die Kinder auf dem Gelände rumgelaufen und wir mussten schließen», sagte ein Sprecher des kommunalen Entsorgers GFA Lüneburg. In Bardowick kamen nach Weihnachten viele, die Keller und Gärten entrümpelt hatten. «Wer nur einen Toaster zu entsorgen hat, soll ihn bitte noch ein bis zwei Monate lagern», sagte er.

In Bremen hat das Abladen von Müll rund um die Altglas- und Papiercontainer zugenommen. «Coronabedingt hat sich das Alltagsverhalten verändert, die Leute sind viel zu Hause, es fällt mehr Müll an», sagte Antje von Horn von der Stadtreinigung. «Auch Einmal-Masken fliegen überall rum.»

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