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Kultur oder Kies? Initiative kämpft für Römerlager

21.05.2019 - Ein 2015 bei Hannover entdecktes Marschlager macht deutlich, wie weit die Römer vor mehr als 2000 Jahren nach Nordosten vorgedrungen sind. Bürger befürchten, dass das Denkmal Kiesbaggern zum Opfer fällt.

  • Menschen stehen in Hemmingen vor einer Informationstafel neben der Ausgrabungsstelle eines Römerlagers. Foto: Peter Steffen/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Menschen stehen in Hemmingen vor einer Informationstafel neben der Ausgrabungsstelle eines Römerlagers. Foto: Peter Steffen/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Die Feldzüge der Römer vor mehr als 2000 Jahren im heutigen Niedersachsen sind am Dienstag (14.30 Uhr) Thema im Petitionsausschusses des Landtags. Konkret geht es um den Erhalt und die Erforschung des Marschlagers Wilkenburg bei Hannover.

Das einzigartige Kulturdenkmal sei akut in Gefahr, weil es im Raumordnungsprogramm noch als Rohstoffsicherungsgebiet für den Kiesabbau ausgewiesen sei, sagte Kristina Osmers von der Bürgerinitiative «Kultur bergen statt Kies schürfen». Die Initiative hat mit einer Online-Petition erreicht, dass die Parlamentarier sich mit ihrem Anliegen befassen.

Archäologen hatten das Marschlager bei der Auswertung von Luftbildern entdeckt. Eine Ausgrabung 2015 bestätigte die Vermutung, inzwischen wurden unter anderem römische Münzen und ein Pferdegeschirr gefunden. Das Lager ist ein Bodendenkmal. Besucher sehen nur eine Infotafel und eine Ackerfläche. Das gut 30 Hektar große Lager bot Platz für mindestens 20 000 Soldaten. Die Funde legen nahe, dass es kurz nach Christi Geburt in der Nähe des Flusses Leine errichtet wurde.

Nach Auffassung von Historikern ist das Römerlager Wilkenburg von herausragender Bedeutung, weil es das einzige seiner Art in Norddeutschland ist. Im Petitionsausschuss werden dazu zwei Wissenschaftler Auskunft geben. «Es geht um die Abwägung Kies oder Kultur», sagte Kristina Osmers. Seit vier Jahren tue sich nichts, die Region Hannover und das Land Niedersachsen schöben sich gegenseitig die Verantwortlichkeit zu. «Wir hoffen jetzt auf offene Ohren der Abgeordneten», sagte sie.

Petitionen stehen grundsätzlich jedem offen. Nach Angaben eines Sprechers erreichen jährlich etwa 1000 Petitionen den Landtag. Seit September 2017 können sie auch mit der Bitte um Veröffentlichung auf der Internetseite des Parlaments eingereicht werden. Diese sogenannten öffentlichen Petitionen müssen innerhalb von sechs Wochen 5000 Unterstützer finden. Die Petition zum Römerlager Wilkenburg ist die erste Online-Petition, der dieses gelang. Knapp 6000 Bürger unterzeichneten sie.

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