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Jäger fordern Rechtssicherheit bei Tötung von Problemwölfen

13.04.2020 - In Niedersachsen sollen weitere Wölfe abgeschossen werden - unter anderem in der Heide und im Emsland. Was sagen die Jäger dazu? Wollen sie bei der Jagd überhaupt mitmachen?

  • Ein Wolf fotografiert durch ein Zielfernrohr. Foto: Carsten Rehder/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Wolf fotografiert durch ein Zielfernrohr. Foto: Carsten Rehder/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Jäger in Niedersachsen wollen anonym bleiben, wenn sie sich an der Tötung von Problemwölfen beteiligen. Das fordert der Präsident der Landesjägerschaft, Helmut Dammann-Tamke. Außerdem verlangen die Jäger vom Land, dass sie beim Abschuss von Problemwölfen rechtlich auf der sicheren Seite sind. Diese Forderungen müsse das Umweltministerium zwingend erfüllen, wenn es künftig auf die Beteiligung von Jägern setze, sagte der Präsident der Landesjägerschaft. «Das niedersächsische Umweltministerium sollte nun zeitnah die seit längerem angekündigte Wolfsverordnung auf den Weg bringen und darin auch die Änderungen des Bundesnaturschutzgesetzes konkretisieren», forderte er.

Am Schluss stehe aber jeder Jäger vor einer individuellen Entscheidung. «Am Ende bleibt es auch nach der Änderung des Gesetzes dabei, dass jeder einzelne, der angefragt wird, für sich selbst entscheidet, ob er sich beteiligt oder nicht», sagte Dammann-Tamke.

Niedersachsen hatte am 6. April zwei weitere Wölfe zum Abschuss freigegeben - es handelt sich dabei um Tiere aus den Rudeln Eschede und Ebstorf in der Lüneburger Heide. Sie seien an Rissen von Nutztieren beteiligt gewesen, hatte das Umweltministerium mitgeteilt. Zuvor war bereits eine Fähe im Emsland bei Herzlake zum Abschuss freigegeben worden.

Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte, es handele sich dabei um drei Ausnahmeregelungen nach dem neuen Bundesnaturschutzgesetz. Dabei könne auf den Einsatz von Jägern zurückgegriffen werden. Die rechtliche Absicherung ihres Handelns und die Anonymität der Beteiligten sei dabei wichtig.

«Niedersachsen ist besonders betroffen, weil wir eine stark anwachsende Zahl von Wölfen und viele Nutztiere haben», erklärte Lies. Es gehe sowohl um den Schutz des Wolfes als auch die Erhaltung der teilweise gefährdeten Weidetierhaltung.

In die geplante neue niedersächsische Wolfsverordnung sollen aktuelle Erfahrungen mit den neuen Abschussgenehmigungen einfließen. Dabei will sich das Umweltministerium in den nächsten Wochen auch mit dem Innen- und Agrarministerium abstimmen. Danach werden Verbände, Jäger und Naturschützer beteiligt.

Jägerpräsident Dammann-Tamke kritisierte: «Seit Jahren ist auch die Sicherung der Schafe auf den Deichen ungelöst. Es gibt keine zuverlässigen Schutzmaßnahmen für Deichschafe.» Für den Schutz der Deiche sei es aber wichtig, dass dort Schafe grasen könnten. «Hier müssen Lösungen her, die die Deichschäfer in ihrer so wichtigen Arbeit unterstützen.» Dazu sagte Umweltminister Lies, die neue Regelung werde auch den Deichschutz und die Probleme der Wanderschäfer in den Blick nehmen.

Anfang April hatte Niedersachsen nach 14 Monaten die erfolglose Jagd auf den Leitwolf des Rodewalder Rudels eingestellt. Die Jäger hatten sich an der Jagd auf dieses Tier aber nicht beteiligt. Bisher durften nur eindeutig identifizierte Tier getötet werden. Nun soll sich die Ausnahmegenehmigung künftig nicht mehr auf einzelne Wölfe, sondern das Rudel beziehen.

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