Jägerschaft registriert Rebhuhn-Schwund im letzten Jahrzehnt

14.04.2021 Unbewirtschaftete Randstreifen und Brachen sind für Rebhühner ein wichtiger Lebensraum. Doch diese Flächen werden weniger - mit Folgen für die Zahl der Rebhühner. Die Jäger fordern von der Politik daher neue Ansätze für den Artenschutz. Es gibt aber auch einen Lichtblick.

Ein Rebhuhn sitzt in einem Gehege. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Dichte von Rebhühnern in Niedersachsen ist nach Angaben der Landesjägerschaft im vergangenen Jahrzehnt deutlich zurückgegangen. Bei einer Erhebung im Jahr 2019 registrierten Jäger im Schnitt noch 0,27 Rebhuhnpaare pro Quadratkilometer, wie der Verband am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. 2009 waren es durchschnittlich 0,74 Paare. Dass Rebhühner seltener zu beobachten sind, führt die Jägerschaft auf eine intensivere Flächennutzung in der Landwirtschaft zurück - denn durch die Bewirtschaftung fehlt den Bodenbrütern vegetationsreicher Lebensraum wie etwa Brachen, Feldränder und Gräben. Die Jägerschaft fordert daher Anreize für Landwirte, die sich für Artenvielfalt einsetzen.

Der Rückgang in Niedersachsen fällt drastischer aus als im Bundesschnitt. Bundesweit wurde im selben Zeitraum etwa eine Halbierung des Besatzes auf zuletzt ebenfalls 0,27 Rebhuhnpaare pro Quadratkilometer verzeichnet (2009: 0,45 Paare).

Blickt man allein auf das vergangene Jahr 2020, zeichnet sich für Niedersachsen allerdings ein leicht positiver Trend ab: «Nach Jahren negativer Entwicklungen ist der Besatz der Rebhühner erstmals wieder angestiegen. Im landesweiten Durchschnitt um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr», sagte der Wildbiologe der Landesjägerschaft, Egbert Strauß. Mit Ausnahme des Naturraums Ostfriesland/Oldenburg habe die Dichte in allen übrigen Naturräumen um 4 bis 17 Prozent zugenommen.

Laut den Jägern sind für die Vögel neben Brachen auch Blühflächen wichtig, die über den Winter stehen bleiben und als Bruthabitat dienen. Dafür brauche es aber die Hilfe der Landwirte. «Wenn Landwirte auf ihren Flächen Naturschutz betreiben, dann muss die Politik das künftig entsprechend entlohnen», sagte der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke. Landwirte könnten etwa ausgedünnte Getreidebestände oder Blühflächen zur Bio-Energiegewinnung anlegen und so auch Biodiversität fördern.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News