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Junge Seehunde beenden Kur mit Vollpension

07.08.2019 - Schönes Wetter ist gut für den Nachwuchs bei den Seehunden an der Küste. Wenn aber Spaziergänger am Strand zu neugierig werden, hat das schlechte Folgen für die Jungtiere.

  • Seehund Freya schaut am Strand der Insel Juist aus ihrer Kiste, aus der sie in die Freiheit entlassen wird. Foto: Carmen Jaspersen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Seehund Freya schaut am Strand der Insel Juist aus ihrer Kiste, aus der sie in die Freiheit entlassen wird. Foto: Carmen Jaspersen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Norddeich (dpa/lni) - Nach gut zwei Monaten Kuraufenthalt mit Vollpension in Norddeich schwimmt Seehund Freya wieder in der Nordsee. Das Seehundbaby hatte Ende Mai vor Borkum den Kontakt zum Muttertier verloren und war als erster Heuler der Saison in der Seehundstation aufgenommen worden. Später kamen weitere 160 mutterlose Tiere hinzu. Sie sollten in den kommenden Wochen bis Ende Oktober in der Wildnis ausgesetzt werden, sagte Stationsleiter Peter Lienau am Mittwoch.

Den Duft der Freiheit schnuppern seit Dienstag neben Freya auch drei weitere Heuler: Lotte aus Cuxhaven, Mucki von Borkum und Finchen aus Hooksiel wurden vor der Insel Juist ausgewildert. Die Jungtiere hatten nach intensiver Pflege in der Station ein Mindestgewicht von 25 Kilogramm erreicht und müssen jetzt allein auf Jagd gehen.

Hauptursache für die Trennung von den Muttertieren seien Störungen durch Menschen, sagte Lienau: «Das dauerhaft gute Wetter und lange Wochenenden im Juni haben zahlreiche Erholungssuchende an die Strände und ins Wattenmeer gelockt.» Dort könnten die Seehundbabys bei Störungen nicht ausreichend gesäugt werden und verlören wegen ihrer Flucht ins Wasser und beim Schwimmen weiter an Kraft. Spaziergänger am Strand sollten daher einen Abstand von 300 Metern einhalten, um den Kontakt zwischen Mutter- und Jungtieren nicht weiter zu erschweren.

Die Hauptwurfzeit der Seehunde liegt zwischen Anfang Juni und Mitte Juli. Bei allen Tieren, die derzeit in freier Wildbahn allein unterwegs sind, handelt es sich bereits um selbstständige Jungtiere. Sie brauchen weder die Mutter noch menschliche Hilfe, benötigen aber dringend Ruhe.

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