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Keine Hinweise auf Zunahme von häuslicher Gewalt

22.04.2020 - Das eigene Zuhause ist nicht immer ein sicherer Ort. Mitunter erleben Frauen und Kinder Gewalt und Missbrauch. In der Corona-Krise beobachten die Behörden genau, ob sich die Lage verschärft.

  • Das gestellte Bild symbolisiert, wie ein Kind versucht, sich vor der Gewalt eines Erwachsenen zu schützen. Foto: Maurizio Gambarini/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das gestellte Bild symbolisiert, wie ein Kind versucht, sich vor der Gewalt eines Erwachsenen zu schützen. Foto: Maurizio Gambarini/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Niedersachsen und Bremen gibt es bislang keine Hinweise auf eine Zunahme von häuslicher Gewalt in der Corona-Krise. Das niedersächsische Sozialministerium beobachte die Entwicklung genau und stehe in engem Austausch mit den Kommunen, sagte Ministeriumssprecherin Stefanie Geisler am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. «Insgesamt stellt sich die Situation zum aktuellen Zeitpunkt so dar, dass keine Steigerung von Inobhutnahmen oder anderen Kinderschutzeinsätzen zu beobachten ist.»

Auch bei den Frauenhäusern habe sich die Auslastungsquote nicht verändert. Sozialministerin Carola Reimann (SPD) verwies darauf, dass die Hilfsangebote für Frauen und Kinder auch in Zeiten des Coronavirus zur Verfügung stehen.

Das Bundesland Bremen beobachtet die Entwicklung ebenfalls genau. «Außer dass die Zahlen bei der Telefonseelsorge gestiegen sind, ist in Bremen zurzeit noch kein Effekt zu bemerken», sagte Anni Nottebaum von der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau.

Ob dies die Realität wiedergibt, ist nach Einschätzung der Bremer Landesbeauftragten für Frauen, Bettina Wilhelm, unklar. «Dass in den Beratungsstellen und Frauenhäusern in Bremen derzeitig noch kein Anstieg zu verzeichnen ist, darf uns nicht täuschen», sagte sie. «Es kann auch bedeuten, dass Frauen und Kinder sich einfach weniger Hilfe holen.» Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten, dass es durch die Ausgangsbeschränkungen zu einem Anstieg häuslicher Gewalt komme.

Demnach leiden vor allem Frauen und Kinder unter den sozialen Folgen der Krise. Der Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts, Lukas Fuhrmann, sagte: «Faktoren, die häusliche Gewalt begünstigen, sind enges Zusammenwohnen, (finanzielle) Sorgen, generelle Ängste, wenig Ablenkung, Gefühle des Kontrollverlustes, tatsächlicher Verlust der sozialen Kontrolle durch Außenstehende.» Die Dunkelziffer der Betroffenen sei schwer einzuschätzen. Es werde vermutet, dass Frauen und Kinder derzeit weniger Chancen haben, sich Hilfe zu holen.

Beim deutschlandweiten Hilfetelefon «Gewalt gegen Frauen» hat die Nachfrage nach Beratung zu häuslicher Gewalt zuletzt zugenommen. Vergangene Woche habe man eine Steigerung von 17,5 Prozent im Vergleich zu zwei Wochen zuvor verzeichnet, sagte eine Sprecherin von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). Bis dahin sei die Entwicklung der Beratungskontakte vergleichbar zum Vorjahr 2019 verlaufen - also ohne Auffälligkeiten. Giffey hatte Anfang der Woche die gestiegene Nachfrage in Zusammenhang mit der Corona-Krise gestellt, Familien stünden auf engem Raum unter besonderem Stress.

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