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Kramer wird Hannover-96-Vorstandschef: Kind warnt

25.03.2019 - Zwei Tage nach seiner Wahl hat der neue Aufsichtsrat von Hannover 96 erste Fakten geschaffen. Der Kandidat für den Vorstandsvorsitz ist offiziell benannt, die eigene Führung auch. Martin Kind beobachtet das Ganze - und warnt die neue Vereinsspitze.

  • Martin Kind, Geschäftsführer der Hannover 96 GmbH und Co. KGaA. Foto: Julian Stratenschulte © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Martin Kind, Geschäftsführer der Hannover 96 GmbH und Co. KGaA. Foto: Julian Stratenschulte © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Zwei Tage nach dem spektakulären Machtwechsel bei Hannover 96 hat die neue Führung erste Personalentscheidungen getroffen. Wie erwartet ernannte der neue Aufsichtsrat des eingetragenen Vereins am Montag den früheren Fanbeauftragten Sebastian Kramer zum Kandidaten für den Vorstandsvorsitz. Bevor der 42-Jährige auch offiziell als Vereinschef eingesetzt wird, muss er «in den nächsten Wochen noch weitere Personen zu Vorstandsmitgliedern vorschlagen», wie es in einer Mitteilung der 96er heißt.

Kramer will die Zusammenstellung seines Vorstandsteams dazu nutzen, um erste Signale der Versöhnung in diesen tief gespaltenen Verein zu senden. «Wir wollen die Gräben schließen und auch mit Kandidaten von der anderen Seite reden», sagte er nach der Mitgliederversammlung am Samstagabend. «Wir wollen nicht nur Ja-Sager. Wir brauchen auch kritische Stimmen. Das andere Team hatte auch gute Ideen.»

Bei der Versammlung am Wochenende waren ausschließlich Gegner des langjährigen Präsidenten Martin Kind in den Aufsichtsrat gewählt worden. Zum Vorsitzenden dieses Gremiums wurde nach Angaben des Vereins der Rechtsanwalt Ralf Nestler ernannt, der schon in den vergangenen Jahren als Kind-Kritiker dem Rat angehörte. Seine Stellvertreter sind Lasse Gutsch und der frühere 96-Kapitän Carsten Linke, der bei der Wahl die meisten Stimmen erhielt.

Kind selbst hatte sein Amt im eingetragenen Verein nach fast 22 Jahren zur Verfügung gestellt, um in Zukunft nur noch Geschäftsführer der ausgegliederten Profifußball-Gesellschaft zu sein. Der 74-Jährige warnte die neue Vereinsführung davor, zu viel Einfluss auf die Hannover 96 GmbH und Co. KGaA nehmen zu wollen. Der «Worst Case» sei für ihn ein Versuch, «mich als Geschäftsführer abberufen zu wollen», sagte Kind dem «Sportbuzzer» (Montag). «96 muss aufpassen, welchen Weg man geht. Wir wollen in der ersten Liga spielen, nicht in der vierten.» Die Außenwahrnehmung von 96 sei kritisch, «das Bild ist stark belastet. Wir brauchen jetzt eine Gesamtruhe.»

Einen Ausstieg und einen Verkauf seiner Gesellschafter-Anteile schloss Kind trotz des absehbar schwierigen Verhältnisses zwischen einer von ihm dominierten Profiabteilung und einem nur noch von Kind-Kritikern geführten Mutterverein aus. Trotzdem erklärte der Unternehmer, «in einem, maximal zwei Jahren» auch als Geschäftsführer der KGaA aufhören und in den Aufsichtsrat wechseln zu wollen.

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