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Land will Anteil des Radverkehrs auf 20 Prozent steigern

30.03.2021 - Niedersachsen ist Radfahrland, ein breigefächertes Konzept soll die Nutzung nun noch steigern und für mehr Sicherheit sorgen. Breitere Radwege, Abstellplätze, Dienstfahrräder auf der Arbeit und ein Zuschuss für Lastenfahrräder sind Bausteine des Plans.

  • Ein altes Fahrrad, dessen Sattel von Moos bedeckt ist, steht auf der Straße. Foto: Stefan Jaitner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein altes Fahrrad, dessen Sattel von Moos bedeckt ist, steht auf der Straße. Foto: Stefan Jaitner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das niedersächsische Verkehrsministerium hat ein Konzept zur Stärkung des Fahrradverkehrs vorgelegt, das noch mehr Menschen zum Umstieg aufs Rad bewegen und das Verkehrsmittel sicherer machen soll. «Unser Ziel: Bis 2025 wollen wir den Radverkehrsanteil von 15 auf 20 Prozent steigern, Niedersachsen soll für Zweiräder noch attraktiver werden», sagte Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) am Dienstag in Hannover.

«Fahrräder sind längst keine Randerscheinung im Alltagsverkehr mehr, sondern Ausdruck klimafreundlicher und individueller Mobilität, auf die zunehmend mehr Menschen zurückgreifen.» Zusammen wollen Bund und Land voraussichtlich über 300 Millionen Euro investieren und an Fördermitteln bereitstellen.

Zwar sei Niedersachsen im Radverkehr bereits gut aufgestellt und im Vergleich zu den anderen Flächenländern würden in Niedersachsen prozentual am meisten Wege mit dem Rad zurückgelegt, sagte Althusmann. Und beim Anteil von Radwegen entlang von Bundes- und Landstraßen liege Niedersachsen hinter Schleswig-Holstein an zweiter Stelle. Beispiele aus Ländern wie den Niederlanden und auch Dänemark zeigten aber, dass es gerade im Alltagsradverkehr noch viele Potenziale und damit viel zu tun gebe.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) begrüßte das Konzept. «Jeder Euro der für Radverkehr, Radinfrastruktur und Radverkehrssicherheit im Haushalt frei und in der Fläche für Maßnahmen ausgegeben wird, kann nur im Interesse der Rad fahrenden Menschen sein», sagte der ADFC-Landesvorsitzende Rüdiger Henze. «Haushaltsmittel müssen aber auch stetig sein und über Jahre hinweg einen kontinuierlichen Anstieg verzeichnen.» Konzepte und Beschlüsse müssten umgesetzt werden. «Die Akzeptanz für mehr Radverkehr muss in Politik und Verwaltungen vorhanden sein. Der politische Wille und der Mut zur Verkehrswende müssen eindeutig erkennbar sein», so Henze.

Um noch mehr Menschen gerade auf kurzen Strecken für das Rad zu begeistern, sieht das Ministerium zwei Ansatzpunkte: Die Radwege, der Umstieg auf andere Verkehrsmittel und Abstellmöglichkeiten müssten so gestaltet sein, dass Radfahren komfortabel ist. Außerdem müsse die Verkehrssicherheit erhöht werden, damit die Menschen sich sicher fühlten und sicher seien, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Dazu will das Ministerium die Kommunen beim Ausbau des Radwegenetzes stärker fördern. Vorgesehen ist eine einheitlich Förderung mit bis zu 75 Prozent der Baukosten, bislang lag die Unterstützung je nach Steueraufkommen der Kommune zwischen bis zu 60 und bis zu 75 Prozent. Profitieren davon soll auch der Bau breiterer und somit komfortablerer Radwege, da deren Förderung künftig abhängig von der prognostizierten Nutzung sein soll.

Gemeinsam mit Verkehrswacht, Polizei und Verbänden will das Ministerium außerdem die Verkehrssicherheit für Radler insgesamt erhöhen. Bis 2025 soll die Zahl der getöteten und verletzten Radfahrer um 20 Prozent reduziert werden, sagte Althusmann. Ein Baustein dafür ist der Einsatz von Abbiegeassistenten bei Lastwagen, wofür das Ministerium sich weiter einsetzen will. In den letzten Jahren hatte es in den Unfallstatistiken Steigerungen bei Radfahrern gegeben, auch der Radverkehr selber nimmt zu.

Das Konzept beinhaltet eine Fülle kleiner Bausteine, die dem Radverkehr Schwung geben sollen. So sollen Arbeitgeber ihre Beschäftigten zum Radfahren motivieren, in dem sie überdachte Abstellplätze, Duschen oder eine Dienstradflotte bereitstellen. Das Ministerium will dazu einen Wettbewerb zur Auszeichnung der fahrradfreundlichsten Arbeitgeber Niedersachsens organisieren. Außerdem soll die Anschaffung von Lastenfahrrädern finanziell unterstützt werden. Auch fahrradfreundliche Ampeln mit intelligenter Steuerung sind geplant, die auf die Geschwindigkeit und die Bedürfnisse von Radfahrern abgestimmt sind.

«Minister Althusmann muss jetzt beweisen, dass er auch in der Realität auf Verbesserungen in der Fahrradpolitik für eine Mobilitätswende setzt und nicht weiterhin den Straßenneubau als oberste Priorität seiner Amtszeit betrachtet», sagte der Grünen-Abgeordnete Detlev Schulz-Hendel. «Der Praxistest für das vorgestellte Konzept hängt maßgeblich von der finanziellen Ausstattung ab.» Bislang fließe weiterhin zu wenig Geld in den kommunalen Radwegebau und der Ausbau von Radwegen an Landstraßen gehe nur schleppend voran.

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