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Land will Autoindustrie bei Strukturwandel helfen

10.05.2019 - Die Automobilwirtschaft ist Niedersachsens Schlüsselindustrie und wichtigster Arbeitgeber. Doch sie steht vor einem Umbruch: Viele Jobs werden wegfallen, neue entstehen. Was bedeutet das für die Beschäftigten? Das Land will helfen bei der Suche nach Orientierung.

  • Ein Volkswagen Touran durchläuft die Endmontage im VW Werk (Aufnahme mit langer Verschlusszeit). Foto: Julian Stratenschulte/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Volkswagen Touran durchläuft die Endmontage im VW Werk (Aufnahme mit langer Verschlusszeit). Foto: Julian Stratenschulte/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsens Automobilindustrie steht nach Einschätzung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) vor dem größten Wandel ihrer Geschichte. Ob autonomes Fahren oder elektrische Autos: Angesichts der weitreichenden Veränderungen in den kommenden Jahren will sich die Landesregierung intensiv mit der Autoindustrie austauschen. Die Zeit dränge, sagte Weil am Freitag in Hannover. Eine enge Abstimmung zwischen Herstellern, Zulieferern, der Wissenschaft und der Politik werde somit nötig.

«Wir wollen das Automobilland Niedersachsen wetterfest aufstellen», sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Bei dem bis zu drei Jahre dauernden Abstimmungsprozess sollen in drei Arbeitsgruppen Schwerpunkte festgelegt werden. Dabei geht es um Themenkomplexe wie Logistik, Lade-Infrastruktur, Vertrieb und Datenschutz, aber auch neue Regularien für die bevorstehenden Qualifizierungsmaßnahmen.

Als größtes Problem sieht Regierungschef und VW-Aufsichtsrat Weil die Marktakzeptanz der E-Autos: «Es müssen Autos sein, die die Menschen auch kaufen - das ist die eigentliche Herausforderung.» Er rügte, dass es aus Brüssel zwar ehrgeizige Vorgaben für deutlich strengere CO2-Grenzwerte gebe, aber kaum Vorschläge, wie diese zu erreichen seien. «Das ist schwer entschuldbar und muss nun dringend nachgeholt werden.»

Die Automobilindustrie ist die mit Abstand wichtigste Branche im Land. Zwischen 500 000 und 600 000 Arbeitsplätze hängen direkt und indirekt von ihr ab. Die E-Mobilität und die Digitalisierung werden die Branche in den kommenden Jahren deutlich verändern.

«Die gesamte Lieferkette steht unter Hochspannung», erklärte der Chef der Arbeitgebervereinigung Niedersachsenmetall, Volker Schmidt. Auch der für die Beschaffung zuständige Volkswagen-Konzernvorstand Stefan Sommer sprach von weitreichenden Konsequenzen.

Die Anpassungs- und Veränderungsprozesse müssten im Sinne der Beschäftigten geschehen, forderte Thorsten Gröger von der IG Metall. «Wir müssen sehen, dass an den Stellen, wo Beschäftigung wegfällt, Neues entsteht», forderte der Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Kollegen, die sich über Jahrzehnte besondere Qualifikationen angeeignet hätten, seien damit morgen nicht mehr gefragt. Nach Schätzungen Grögers werden vom Strukturwandel etwa 50 Prozent der Mitarbeiter betroffen sein.

«Ich mache mir die meisten Sorgen um die angelernten und ungelernten Mitarbeiter», sagte Continental-Vorstandsmitglied Ariane Reinhart. Denn deren Beschäftigungsfelder würden weitgehend wegfallen. «Das ist eine Herausforderung, die mich manchmal schon erschauern lässt. Wir wissen, dass heute ein Studium nicht mehr ausreicht. Sie brauchen eigentlich zwei Studiengänge in ihrem Leben.»

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